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    Aquarientiere eingewöhnen

    Neubesatz schonend an die neuen Werte gewöhnen

    Jeder, der sich ein bisschen mit Wassertieren auskennt, weiß, dass es nicht unbedingt gut gehen muss, wenn man neue Fische, Garnelen oder Schnecken einfach so in das Aquarium wirft. Stark abweichende Wasserwerte können eine Art Schockzustand auslösen oder zumindest zu starkem Stress führen. Bei Fischen und Garnelen kann dies so weit gehen, dass die Tiere sogar krank werden und eventuell auch sterben können. Auch von Wasserschnecken wird oftmals berichtet, dass sie mehrere Tage wie beleidigt auf dem Boden des neuen Aquariums liegen, bevor sie sich irgendwann doch auf ihren Fuß machen und ihrer Wege kriechen.

    Besser ist es sicherlich, man gewöhnt die neuen Aquarienbewohner langsam und sorgfältig ein, damit sie sich nach und nach auf die neuen Wasserwerte einstellen können. Je unterschiedlicher das Aquarienwasser zum Transportwasser ist, desto sorgfältiger und langsamer sollte eine solche Eingewöhnung vonstatten gehen.

    Eingewöhnen von Fischen

    Das Eingewöhnen von Fischen wird mittlerweile sogar schon auf vielen Transportbeuteln erklärt. Eigentlich ist es recht einfach: Die Tüte mit den Fischen lässt man zunächst auf Aquarientemperatur kommen. Dazu legt man sie einfach verschlossen ins Aquarium. Ist die Temperatur ungefähr erreicht, öffnet man die Tüte und schlägt den Rand um, sodass etwas Luft eingeschlossen wird, die die Tüte sicher an der Wasseroberfläche hält. Dann gibt man ungefähr alle 10-15 Minuten ein Schnapsglas voll Aquarienwasser in den Beutel, bis sich die Wassermenge darin ungefähr verdoppelt hat. Dann keschert man die Fische vorsichtig aus dem Transportbeutel und entlässt sie ins Aquarium. Das Transportwasser sollte nicht mit ins Becken gegeben werden, oft sammelt sich hier während des Transportes einiges an Abfallstoffen, die man nicht im Aquarium haben möchte.

    Aquarienfische

    Eine Gruppe Trigonostigma hengeli (Hengels Keilfleckbärbling) - Foto von Chris Lukhaup

    Achtung, falls die Fische springen, sollte unbedingt während der Eingewöhnung dafür gesorgt werden, dass sie nicht neben das Aquarium gelangen können, also besser - Abdeckung zu!

    Eingewöhnen von Garnelen

    Bei weniger empfindlichen Zwerggarnelen zum Beispiel der Gattung Neocaridina oder bei sehr ähnlichen Wasserwerten auch bei empfindlicheren Garnelen wie Bienengarnelen, Tigergarnelen und Hochzuchten kann man so vorgehen wie oben bei den Fischen beschrieben.

    Caridina logemanni

    Eine Gruppe roter Bienengarnelen (Caridina logemanni) - Foto von Chris Lukhaup

    Schonender für die Tiere ist allerdings die im folgenden beschriebene Tröpfchenmethode - will man auf der sicheren Seite sein und den kleinen Krabblern beim Umsetzen ins Aquarium so wenig wie möglich Stress zumuten, ist sie sicher das Mittel der Wahl. Sie setzt allerdings voraus, dass das Transportwasser soweit in Ordnung ist. Ist es trübe oder stinkt es deutlich wahrnehmbar, müssen die Tiere so schnell wie möglich aus der Tüte und in sauberes Wasser, dann bleibt keine Zeit für lange Eingewöhnungsmaßnahmen.

    Zur Eingewöhnung mittels Tröpfchenmethode brauchst du ein separates Gefäß - einen sauberen Eimer, eine große Schüssel, ... deiner Fantasie sind hier wenig Grenzen gesetzt. Auf weißem Untergrund sieht man auch die kleinsten Garnelen noch gut. Bitte achte darauf, dass das Gefäß absolut sauber ist und keine Reste von Reinigungsmitteln enthält!
    Die Tüte mit den zukünftigen Aquarienbewohnern wird nun vorsichtig in dieses Gefäß entleert. Besonders schonend geht das, indem du die Tüte nicht einfach auskippst, sondern wenn du sie in den Eimer legst und dann vorsichtig aufschneidest. Kontrolliere die Tütenwände nochmals ganz genau auf eventuell anhaftende Garnelen, bevor du sie wegwirfst! Häufig kleben gerade kleine Garnelen außerhalb des Wassers förmlich am Plastik.
    Danach nimmst du einen Luftschlauch, machst einen lockeren Knoten hinein und saugst wie beim Wasserwechsel Aquarienwasser an. Den Knoten ziehst du so lange enger, bis das Wasser nur noch tröpfchenweise durchkommt. Dann hängst du den Schlauch in den Eimer mit den Neuankömmlingen und lässt das Wasser eintropfen. Wenn sich die Wassermenge im Eimer grob verdoppelt hat, gießt du vorsichtig ungefähr die Hälfte ab und lässt nochmals dieselbe Menge an Wasser aus dem Aquarium eintropfen.
    Auch hier sollte das Transportwasser nicht ins Aquarium gelangen, daher verwendest du am besten einen Kescher, um die Garnelen danach umzusetzen.
    Wer öfter Garnelen eingewöhnen muss, kann sich die Knoterei am Schlauch ersparen: Ein Infusionsbesteck aus der Apotheke ist eine sehr praktische Alternative dazu.

    Eingewöhnen von Schnecken

    Auch Aquarienschnecken verdienen eine sorgfältige Eingewöhnung. Die nützlichen kleinen Helfer können es sehr übel nehmen, wenn sie nach dem stressigen Transport einfach in das neue Wasser geworfen werden, und sich tagelang einziehen. Sehr bewährt hat sich hier eine ganz einfache Methode: der Schneckenbalkon.
    Dazu nimmst du dir ein ca. 5 mm dickes Stück Styropor und zwei Saugnäpfe, in die du das Styropor einklemmst. Das hat den Vorteil, dass das Styro nicht auf dem Aquarium umhertreibt, sondern an Ort und Stelle bleibt. Bring es so an, dass es leicht schräg an der Wasseroberfläche liegt, sodass ein Teil ins Wasser ragt. Die neuen Wasserschnecken werden einfach mit der Öffnung nach unten auf das Styropor gelegt. So können sie sich selbst ganz gemächlich eingewöhnen und ganz langsam ins Wasser kriechen. Du wirst feststellen, dass es hier große Unterschiede gibt: Die einen Schnecken werden vielleicht schon nach wenigen Minuten im Aquarium sitzen, die anderen brauchen eventuell mehrere Stunden.

    Vittina semiconica

    Rennschnecken - Foto von Chris Lukhaup