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    Aquarium: Verdunstetes Wasser nachfüllen

    Möglichkeiten zum Verdunstungsausgleich

    Gerade in offenen Aquarien, die ohne Abdeckung betrieben werden, verdunstet in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen nach und nach eine mehr oder weniger große Menge Wasser. Ein deutliches Temperaturgefälle zwischen Umgebungs- und Wassertemperatur, sehr trockene Luft, eine stark bewegte Wasseroberfläche oder der Einsatz eines Skimmers beschleunigen diesen Vorgang. Dadurch sinkt der Wasserstand stetig. Aber nicht nur dies, auch die Parameter des Aquarienwassers verändern sich dadurch. Da nur reines Wasser (H2O) verdunstet, verbleiben alle gelösten Stoffe im restlichen Wasser und damit im Aquarium. Zu diesen gelösten Stoffen zählen unter anderem auch die Mineralien, die Auswirkungen auf die Nährstoffsituation und die Härte im Aquarienwasser haben. In einem Meerwasseraquarium zum Beispiel steigt dadurch der Salzgehalt und somit die Dichte, also die Salinität, im Süßwasseraquarium steigt die Wasserhärte und eventuell auch der Nährstoffgehalt.

    Um den Wasserverlust durch die Verdunstung im Aquarium auszugleichen und um die Ausgangsbedingungen wieder herzustellen, sollte daher auch nur reines, vollentsalztes Wasser nachgefüllt werden. Hierzu greift man am besten auf Wasser zurück, das in der Umkehrosmose-Anlage oder in einem Vollentsalzer demineralisiert wurde. Es gibt unterschiedliche Arten, wie man dieses Wasser ins Aquarium bringt.

    Manuelle Zugabe

    Ist der Wasserstand erkennbar gesunken, so füllt man das Aquarium ganz einfach auf Sicht mit vollentsalztem Wasser wieder auf. Hierzu kann man sich an einer zuvor angebrachten Markierung an der Aquarienscheibe orientieren. Häufig wird dazu einfach das Reinwasser aus ein Eimer oder eine Gießkanne ins Becken gekippt, bis der gewünschte Füllstand wieder erreicht ist. Leider können dadurch vor allem bei größeren Wassermengen sehr plötzliche Schwankungen in den Wasserparametern entstehen. Dieser Umstand kann empfindliche Tiere stressen (Siehe dazu auch unseren Artikel zum Wasserwechsel). Es empfiehlt sich, zumindest die Temperatur des Wassers anzupassen, indem man das Osmosewasser vorher ein paar Tage bei Zimmertemperatur lagert.

    Wasserstandsanzeige

    Ein unscheinbarer, transparenter Klebestreifen dient als Wasserstandsmarkierung.

    Halbautomatisch mit Dosierpumpe

    Deutlicher einfacher und für die Bewohner schonender lässt sich der Nachfüllvorgang durch eine Automatisierung gestalten. Hierbei ist eine Dosierpumpe ein gutes Hilfsmittel. Mehrkanalige Pumpen werden vor allem gerne zur automatisierten Düngung eines Aquariums eingesetzt. Hat man noch einen Kanal frei, kann man diesen nutzen, um auch das Auffüllen mit Osmosewasser zu vereinfachen. Hierzu muss allerdings zunächst ausgerechnet werden, wieviel Wasser im Durchschnitt innerhalb eines bestimmten Zeitraums verdunstet.

    Dosierpumpe

    Berechnungen

    Dazu füllt man das Aquarium zunächst wunschgemäß auf den Ideal-Pegel auf und markiert den Wasserstand an einer der Glasscheiben. Nach einer Woche - in der man natürlich kein Wasser nachfüllt - ist der Pegel deutlich gesunken. Nun misst man den Abstand zwischen dem ursprünglichen und dem aktuellen Wasserstand mit einem Zentimetermaß. Dieser Wert wird dann mit der Länge und Breite des Aquariums (ebenfalls in Zentimetern) multipliziert. So erhältst du den Wasserverbrauch in Millilitern. Damit hast du den Verbrauch einer Woche ermittelt. Um auf den durchschnittlichen Tagesverbrauch zu kommen, teilst du dieses Ergebnis durch sieben.
    Ein Beispiel: Bei einem Standard-Aquarium mit 54 Litern Inhalt (60 cm Länge, 30 cm Breite, 30 cm Höhe) sinkt der Wasserstand innerhalb einer Woche um 2 cm. Nun multiplizieren wir mit der Länge und Breite des Aquariums: 2 x 60 x 30 = 3600. Es verdunsten also 3600 ml oder 3,6 Liter Wasser in der Woche. Als nächstes wird der Tagesverbrauch ermittelt: 3600 / 7 = ca. 514. Pro Tag verdunsten 514 Milliliter, also rund ein halber Liter Wasser.

    Steht der Tagesverbrauch an verdunstetem Wasser fest, kann man diesen Wert für eine tägliche Zugabe in der Steuereinheit der Dosierpumpe programmieren. Besonders schonend für den Besatz im Aquarium ist es, wenn man die Zugabe noch einmal in kleinere Portionen einteilen kann. Bei vielen Dosierpumpen lässt sich das Zugabe-Intervall für einen Kanal erhöhen. Dadurch wird das Nachfüllwasser nicht einmalig am Tag in einer größeren Menge eingeleitet, sondern in Bruchteilen öfter am Tag. Dadurch entstehen weitaus weniger Irritationen und Stress bei den Aquarienbewohnern durch sich ändernde Wasserwerte.

    Kanister für das Nachfüllwasser

    Der Sammelbehälter für das Nachfüllwasser, welcher an die Dosierpumpe angeschlossen ist, sollte ausreichend groß sein. Je mehr Inhalt dieser Behälter hat, desto weniger häufig muss man ihn innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auffüllen. Es ist sinnvoll, ein Volumen zu wählen, welches mindestens dem wöchentlichen Wasserverbrauch durch Verdunstung entspricht. So muss man nur noch ein Mal pro Woche Wasser nachfüllen.

    Sicherheitshinweise: Da die Verdunstungsrate im Aquarium durch verschiedene Faktoren (wie etwa die Jahreszeit) schwanken kann, sollte die Zugabemenge vor allem in der ersten Zeit regelmäßig überwacht und - wenn nötig - angepasst werden. Auch etwaige Messfehler können dadurch korrigiert werden. Bei einer nicht passenden Menge kann die Gefahr bestehen, dass das Aquarium überläuft. Zur Kontrolle sollte daher der Ideal-Pegel des aufgefüllten Aquariums an einer Seitenscheibe markiert sein. Dieser Pegel darf nicht (deutlich) überschritten werden! Es empfiehlt sich außerdem, ein gewisses Leervolumen vom Ideal-Pegel bis zur absoluten Oberkante des Glasbeckens einzuplanen. Dies dient als Puffer, falls der Ideal-Pegel doch einmal überschritten wird.

    Vollautomatisch

    Eine weitere Möglichkeit ist die Anschaffung eines vollautomatischen Nachfüllsystems. Diese Wasserstandsregler besitzen ebenfalls eine Dosierpumpe, die mit einem Vorratsbehälter verbunden ist. Außerdem sind mit diesem System noch ein oder mehrere Sensoren (optisch oder Schwimmer) verbunden. Sie erkennen ein Absinken des Wasserstandes im Aquarium und füllen ihn automatisch wieder auf das Idealmaß auf.