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    Diskus im Pflanzenaquarium

    Symphysodon und Wasserpflanzen

    Diskusfische, auch gerne als die Könige unter den Aquarienfischen bezeichnet, sind wirklich besondere Tiere, welche durch ihre majestätische Anmut und Farbenpracht hervorstechen. Sie gehören zur Familie der Buntbarsche, auch wenn ihre einzigartige rundliche Form nicht unbedingt darauf hinweist. Ihr hochrückiger und gedrungener Körperbau erinnert an eine Diskusscheibe, was ihnen ihren Trivialnamen eingebracht hat. Die korrekte lateinische Bezeichnung ist Symphysodon. Diskusfische stammen ursprünglich aus dem Amazonas-Gebiet in Südamerika. Dort liegen vor allem in den größeren Wasserströmen höhere Temperaturen vor. In den Habitaten finden sich neben einigen Wasserpflanzen vor allem viel Totholz sowie Äste und Wurzeln der am Ufer stehenden Bäume und Büsche.

    Talawa Wood

    Haltung

    Diskusfische bevorzugen einen niedrigen pH-Wert und weiches Wasser, genau wie die meisten Wasserpflanzen oder andere Zierfische aus Südamerika. Diskus sind Schwarmfische und sollten daher in einer Gruppe (5 Tiere aufwärts) in einem entsprechend großem Aquarium gehalten werden. Als Faustregel kann man 50 bis 80 Liter pro Tier einplanen. Die Haltungstemperatur wird in der Literatur mit 27 bis 30° angegeben, ist also recht hoch. Anstatt einen leistungsstarken Heizer anzuschaffen, empfiehlt es sich eher, zwei oder mehr kleinere Heizer an den verschiedenen Enden im Aquarium zu installieren. Somit ist eine bessere Wärmeverteilung gewährleistet und die Temperatur sinkt nicht zu rasant, falls einer der Heizer ausfällt. Genau wie in ihrem Ursprungshabitat sollte das Aquarium mit vielen Wurzeln und Holz ausgestattet sein. Diese dienen den Tieren als Verstecke und Unterstände und sorgen zusammen mit Wasserpflanzen für eine gute Struktur im Aquarium. Als Bodengrund empfiehlt sich zumindest an bestimmten Stellen feiner Sandboden. Bei der Nahrungssuche durchblasen Diskusfische gerne den Bodengrund, um an darin lebende Kleinstlebewesen zu gelangen. Die Beleuchtung sollte zumindest zu Beginn nicht zu stark gewählt werden, da Diskusfische, vor allem Wildfänge, empfindlich gegen zu viel Helligkeit sind. Das Einbringen von Schwimmpflanzen hilft dabei, das Licht auf natürliche Weise zu mildern. Fische, welche aus heimischer Zucht stammen, sind meist bereits an etwas stärkeres Licht gewöhnt. Mit etwas Geduld und langen Eingewöhnungsphasen lässt sich die Beleuchtungsintensität nach und nach erhöhen, damit auch anspruchsvollere Wasserpflanzen gehalten werden können.

    Diskus Paar

    Diskus und Pflanzenaquarium

    Hier muss man in der Tat ein paar Kompromisse eingehen und einen guten Mittelweg finden, um sowohl den Ansprüchen der Diskusfische als auch denen der Wasserpflanzen gerecht zu werden. Hierzu gehen wir einzelne Themenfelder noch einmal gezielt an.

    Temperatur

    Aufgrund der höheren Haltungstemperatur sollten vorrangig Pflanzen ausgewählt werden, die eine höhere Temperatur gut vertragen. In unserem Shop sind für die meisten Pflanzen unter dem Steckbrief Haltungsangaben hinterlegt, darunter fällt auch der Temperaturbereich. Als Kompromiss zwischen der Diskus- und Wasserpflanzenhaltung lässt sich ein Wert von 28° gut realisieren. Höhere Werte nahe einer Temperatur von 30° sind für viele Pflanzen nicht mehr geeignet, sie schränken die Auswahl deutlich ein.

    CO2

    Das Thema Kohlenstoffdüngung ist bei der Haltung von Diskusfischen ein besonderes, da die Tiere recht empfindlich auf zu hohe CO2-Werte reagieren können. Die für Pflanzenaquarien empfohlenen Richtwerte von 20 bis 30 mg/l CO2 sollte man daher nicht als oberste Priorität anstreben, sondern die Gesundheit der Tiere in den Vordergrund stellen. Für eine ausreichende Versorgung der Pflanzen mit Kohlenstoff sind niedrigere Werte von 15 bis 20 mg/l durchaus hinnehmbar. Auf jeden Fall sollte die CO2-Konzentration durch einen Dauertest überwacht werden, auch eine Steuerung über einen pH-Controller bietet sich an.

    Diskus

    Filterung

    Ein weiterer Punkt bei der Fusion eines Diskus- und Pflanzenaquariums ist die Filterung. Während sich für typische Aquascapes mit geringem Besatz eine "Geringfilterung" mit nur wenigen Filtermedien etabliert hat, braucht ein Diskusaquarium eine wesentlich intensivere Filterung. Zur Beseitigung von Schwebstoffen ist eine mechanische Filterung notwendig, ebenso eine ausreichende biologische Filterung, welche für den Abbau der durch die organische Wasserbelastung entstehenden Schadstoffe zuständig ist. Diese ist notwendig, da Diskusfische recht viel und oft Nahrung aufnehmen und entsprechend viel Kot erzeugen. Begründet liegt das in dem recht kurzen Verdauungstrakt der Tiere. Diskusfische werden daher oft mehrmals täglich gefüttert, etwa zwei- bis dreimal täglich. Jungtiere in der Aufzucht, welche noch wachsen müssen, können sogar bis zu fünfmal am Tag Futter bekommen.

    Beleuchtung

    Will man auch anspruchsvollere Pflanzen halten, lohnt sich eine Aufstockung der Aquarienbeleuchtung. Um zu testen, ob die Lichtintensität des Aquariums ausreicht, empfehlen wir einen kurzen Test mit dem Flowgrow Lichtrechner. Um auch anspruchsvollere Wasserpflanzen wie etwa rötliche Stängelpflanzen halten zu können, sollte die Beleuchtung der Kategorie "mittel" bis "hoch" angehören. Vor allem Diskusfische von heimischen Züchtern (also keine Wildfänge) lassen sich mit etwas Geduld recht gut an eine stärkere Beleuchtung gewöhnen. Ideal sind hierbei LED-Beleuchtungen, die sich mittels eines Tageslichtsimulators stufenlos in der Helligkeit regeln lassen. So kann man die Tiere schonend an andere Helligkeitsstufen gewöhnen.

    Bodengrund

    Während die Pflanzenaquarianer auf aktive Soilböden schwören, ist feinerer Sand in einem reinen Diskusaquarium sicherlich die erste Wahl. Auch hier lässt sich in einer Fusion aus Diskus- und Pflanzenaquarium ein gemeinsame Lösung erzielen, indem man den Bodengrund in verschiedene Zonen einteilt. Hier kann Soil für stark bepflanzte Areale und reiner Sand für Zonen im Vordergrund gewählt werden. Die Sandflächen können dann von den Tieren für die Nahrungsaufnahme beziehungsweise als Futterstelle verwendet werden. Wie man die beiden Substrate am besten trennt, erklären wir in unserem Artikel "Sand und Soil". Auch ein reine Ausstattung des Aquariums mit Soil ist machbar, wenn man ein paar Dinge beachtet. Soil ist ein recht leichter Bodengrund, somit kann es durch das Anblasen der Diskusfische dazu kommen, dass Bodensubstrat verwirbelt und zum Beispiel bodendeckende Pflanzen entwurzelt werden können. Hier kann man auf tief oder intensiv wurzelnde Bodendecker wie zum Beispiel Cryptocoryne parva oder Eleocharis parvula zurückgreifen, die das Substrat zusammenhalten. In einem Diskusaquarium bildet sich durch den starken Futtereintrag entsprechend viel Mulm und organischer Abfall. Gröbere Bodensubstrate wie Kies oder Soil können sich bei nachlässiger Pflege verdichten und es besteht die Gefahr, dass sich im Boden Fäulnisstellen bilden. Abhilfe schafft hier eine gezielte Futterstelle, welche, wie oben erwähnt, eine Sandzone sein kann, die man leichter reinigen und sauber halten kann. Alternativ lassen sich auf gröberem Substrat größere Futterschüsseln platzieren.

    Algenfresser

    Amano Garnele

    Für ein Pflanzenaquarium typische Algenfresser wie Amano- oder Zwerggarnelen können in ein Diskusaquarium nur mit Einschränkungen eingesetzt werden. Aufgrund der geringen Größe werden die Wirbellosen von den Fischen als Nahrung angesehen. Deswegen sollten die Garnelen groß genug sein (wie zum Beispiel ausgewachsene weibliche Amano-Garnelen, welche oft als XL-Garnelen im Handel angeboten werden). Teilweise lassen sich auch Zwerggarnelen mit Diskusfischen vergesellschaften, vorausgesetzt, es gibt genügend Versteckmöglichkeiten für die Garnelen. Zudem sollte deren Anzahl groß genug sein, da sicherlich immer mal wieder ein einzelnes Tier von den Diskus verspeist werden kann. Hier kann man dem Fraßdruck aber eine genügend große Gruppenstärke und eine entsprechende Vermehrungsrate der Garnelen entgegen setzen. in der Tat sind die Wirbellosen biologisch gesehen eine Bereicherung für ein Aquarium mit Diskus-Besatz, da sie deren Abfälle und Kotausscheidungen weiter verwerten und somit das ökologische Gleichgewicht verbessern.
    Des weiteren eignen sich Schnecken wie Renn- oder Geweihschnecken sowie Otocinclus-Welse, um sämtliche Oberflächen im Aquarium von Algenbelägen frei zu halten. Dies vereinfacht und reduziert den Pflegeaufwand des Aquarianers.

    Bedingt durch die hohe Futterfrequenz steigt auch die Wasserbelastung. Dies kann sich in ansteigenden Konzentrationen von Phosphat und Nitrat niederschlagen. Und hier zeigen sich in der Fusion eines Diskus- mit einem Pflanzenaquarium sehr große Vorteile. Die Wasserpflanzen verarbeiten Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat und helfen dabei, die Wasserbelastung durch organische Stoffe niedrig zu halten. Zudem bietet ein üppig bepflanztes Aquarium durch die vielen Blätter und Stängel der Pflanzen deutlich mehr Besiedlungsoberfläche für sessile Bakterien, welche zum Beispiel für den Schadstoffabbau im Sinne des Stickstoffkreislaufes nützlich sind.

    Wasserpflanzen

    Obwohl man bei einem Pflanzenaquarium mit Diskusfischbesatz ein paar Kompromisse eingehen muss, lassen sich durchaus hervorragende Ergebnisse erzielen. Der Aquarianer wird belohnt durch eine wunderschön gestaltete Unterwasserwelt, in der die Tiere ihre majestätischen Kreise ziehen können.