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    Welse für ein bepflanztes Aquarium

    Überblick über passende Wels-Arten

    Welse sind sehr beliebte Zierfische für Süßwasser-Aquarien. Da viele Wels-Arten sich vorwiegend pflanzlich ernähren, sind nicht alle Tiere uneingeschränkt für ein Pflanzenaquarium zu empfehlen. Wir haben in der Folge eine kleine Liste von Arten zusammengestellt, die sich gut in ein bepflanztes Aquarium integrieren lassen. Dabei haben wir Wert auf Pflanzenverträglichkeit gelegt, sowie auf eine gewisse Deckungsgleichheit der Wasserparameter. Wie die meisten gängigen Aquarienpflanzen bevorzugen folgende Wels-Arten ebenfalls weiches und saures Wasser.

    Panzerwelse

    Panzerwels

    Die Gattung Corydoras umfasst ungefähr 150 Arten von Panzerwelsen, die vorrangig in Südamerika beheimatet sind. Diese beliebten Aquarienfische sind sehr friedliche und gesellige Tiere, die in einer Gruppe gehalten werden sollten. Panzerwelse sind Bodenbewohner. Da sie gerne gründeln, sollte das Aquarium zumindest an einigen Stellen über einen feinkörnigen Bodengrund mit gerundeten Partikeln verfügen. Steine, Wurzeln und großblättrige Wasserpflanzen dienen den Tieren als Versteck- und Ruhemöglichkeiten. Vor allem eine Vergesellschaftung mit südamerikanischen Salmlern oder Zwergbuntbarschen bietet sich an. Panzerwelse können recht einfach durch zu Boden sinkendes Futter ernährt werden, wie die meisten gängigen Flockenfuttersorten oder Futtertabletten. Frost -und Lebendfutter bieten eine willkommene Abwechslung. Dabei sollte beachtet werden: Panzerwelse sind keine Pflanzenfresser, sie eignen sich also nicht als Algenvernichter.

    Zwergpanzerwels

    Besonders beliebt für das Aquascaping oder den Einsatz in kleineren Aquarien sind Zwergpanzerwelse wie Corydoras pygmaeus oder hastatus. Diese klein bleibenden Welse sind im Gegensatz zu den anderen Arten Freischwimmer und können daher gut als Schwarmfisch in einem Aquascape eingesetzt werden.

    Otocinclus

    Ohrgitter-Harnischwelse werden in Aquarien oft als Teil der "Reinigungstruppe" bezeichnet. Mit ihrem Saugmaul weiden sie als Aufwuchsfresser Biofilme und Algenaufwuchs von der Dekoration, Pflanzenblättern sowie den Aquarienscheiben ab. Insofern können sie dabei helfen, das Aquarium von Kieselalgen oder anderen Algenbelägen zu befreien. Im Handel werden die Tiere in der Regel unter der Bezeichnung Otocinclus affinis angeboten, meist handelt es sich aber dabei um die Arten Otocinclus macrospilus, hoppei oder vittatus. Der "echte" affinis dagegen wird so gut wie gar nicht importiert.

    Otocinclus

    Diese friedlichen Tiere fühlen sich in einer Gruppe am wohlsten und zeigen bei genügend Schwimmraum auch ein leichtes Schwarmverhalten. Insofern sollte für eine kleine Gruppe das Aquarium mindestens 54 Liter Volumen besitzen. Das Vorhandensein von Wasserpflanzen und Dekoration wie Wurzeln bietet den Fischen genügend Oberflächen zum Abweiden. Dennoch gehen die Tiere auch gerne an Zusatzfutter wie zum Beispiel Futtertabletten. Die Ernährung sollte abwechslungsreich sein, sie kann gerne durch vegetarische Kost ergänzt werden, zum Beispiel durch überbrühtes Laub oder geschältes Bio-Gemüse (Gurke, Paprika, Möhren).

    Antennenwelse

    Der blaue Antennenwels (Ancistrus dolichopterus) wird umgangssprachlich gerne als "Scheibenputzer" tituliert. Der unter der L-Nummer L-183 geführte Wels kann mit etwa 15 cm recht groß werden. Typische Merkmale sind die fleischigen Auswüchse auf der Stirnpartie, welche vor allem bei den Männchen stark ausgeprägt sind.

    Antennenwels

    Dieser den Harnischwelsen zugeordnete Fisch ist mit seinem unterständigen Raspelmaul ein typischer Aufwuchsfresser. Er raspelt Biofilme von glatten Oberflächen wie Steinen, Holz, Pflanzenblättern, aber auch von den Aquarienscheiben ab. Dabei kann es bei einigen Pflanzenarten wie zum Beispiel bei der Gattung Echinodorus zu Fraßschäden kommen. Aus diesem Grund ist der Antennenwels nur eingeschränkt für ein Pflanzenaquarium mit diesen Pflanzen zu empfehlen. Antennenwelse brauchen zwingend Holz für eine gute Verdauung: Damit der Darm korrekt arbeiten kann, wird Cellulose benötigt, welche die Fische aus dem Holz gewinnen. Eine Zusatzfütterung mit überbrühtem Gemüse oder Futtertabletten mit hohem pflanzlichen Anteil kann die Nahrung des Antennenwelses gut ergänzen.

    Der Antennenwels ist für seine starke Vermehrung berüchtigt. Kann man die Jungtiere nicht unterbringen, sollte man sich für eine Einzelhaltung entscheiden.

    Kleiner brauner Otocinclus

    Otocinclus negros

    Für den LG2, welcher leider seltener im Handel erhältlich ist, wird auch gerne das Synonym Otocinclus negros sp. "Paraguay" verwendet. Im Gegensatz zu dem im Handel weit verbreiteten Otocinclus affinis lässt er sich auch durchaus im Aquarium nachzüchten. Dieser mit etwa 4 cm recht klein bleibende Otocinclus fühlt sich am wohlsten in einer Gruppe. Das Aquarium sollte über mindestens 54 Liter Volumen verfügen. Empfohlen wird eine nicht zu warme Temperatur unter 24 Grad. Diese Welse ernähren sich typischerweise durch das Abweiden von Biofilmen, aber auch abgestorbene Pflanzenteile und tierische Nahrung wie Lebendfutter werden nicht verschmäht. Es handelt sich beim Otocinclus negros sp. "Paraguay" um eher nachtaktive Tiere, die tagsüber einen Platz zum Ruhen suchen. Dabei hängen sie gerne kopfüber an Wurzeln oder großen Pflanzenblättern.

    Hexenwelse

    Hexenwels

    Unter der Bezeichnung Hexenwels sind in der Regel Tiere der Gattung Rineloricaria im Handel erhältlich. Die Farbgebung der Fische variiert von rot über braun bis grau. Es sind verschiedene Arten im Handel vertreten, beispielsweise Rineloricaria lanceolata oder R. fallax. Hexenwelse sind etwas größer werdende Welse (bis zu 15 cm), demzufolge brauchen sie ein Aquarium mit einem höherem Volumen. Es sollte daher über mindestens 200 Liter verfügen. Ideal ist eine Ausstattung mit Sandboden, da die Tiere diesen zur Nahrungssuche durchkauen. Sie halten sich hauptsächlich in Bodennähe auf. Des Weiteren sollte viele Versteckmöglichkeiten durch längliche Dekoration (etwa Röhren), Wasserpflanzen, aber auch Wurzeln angeboten werden. Bei den meisten Arten kann man die Geschlechter recht gut voneinander unterscheiden, da die männlichen Tiere einen "Backenbart" besitzen. Empfohlen wird eine Paarhaltung. In einer Gruppe kann es unter den Männchen zu heftigen Kämpfen kommen. Eine Vergesellschaftung mit anderen Zierfischen, die möglichst keine Bodenbewohner sind, ist ohne Probleme möglich.

    Wie viele Welsarten ernähren sich auch Hexenwelse hauptsächlich von Biofilmen auf Oberflächen von Pflanzen, Steinen und Holz. Zusätzliche pflanzliche Kost in Form von überbrühtem Bio-Gemüse wird gerne angenommen, aber auch Lebend- und Frostfutter sowie Futtertabletten fressen sie gern.