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    Naturaquarium und Aquascaping

    Gibt es Unterschiede?

    Viele Aquarianer haben sicherlich schon einmal die Begriffe Naturaquarium und Aquascaping gehört. Doch wo liegen hier die Unterschiede? Wir klären Euch auf.

    Naturaquarium

    Der Begriff Naturaquarium (oder auf englisch: nature aquarium) war chronologisch gesehen sicherlich vor dem Schlagwort Aquascaping vorhanden und wurde durch Takashi Amano weltweit bekannt gemacht. Zugleich beschreibt Naturaquaristik auch den Einrichtungsstil von Takashi Amano sowie dessen allgemeine Sichtweise des Verhältnisses vom Menschen zur Natur. Der Begriff Naturaquarium ist allerdings etwas irreführend, denn es handelt sich hierbei nicht um ein sogenanntes Biotop-Aquarium, in dem man versucht, möglichst 1:1 die Gegebenheiten der natürlichen Habitate bestimmter Fische nachzubilden. Hierbei wird eine reine Unterwasserwelt kreiert. Selbstverständlich sollen sich die Bewohner in einem Naturaquarium auch wohl fühlen, aber das Prinzip ist hier ein anderes als beim Biotopaquarium.

    Das Naturaquarium ist angelehnt an die Natur und grenzt sich in erster Linie von den sogenannten Holland-Becken ab. Deren Einrichtungsprinzip bezeichnete Amano auch gerne als Blumenbeet-Stil. Dies soll verdeutlichen, dass solche Aquarien stark nach menschlichen Gesichtspunkten eingerichtet werden und dadurch oft bunt, geometrisch und künstlich erscheinen.

    Bei dem Prinzip eines Naturaquariums (oft auch als japanischer Stil bezeichnet) geht es vielmehr darum, Szenerien der Natur, auch über Wasser, in einem Aquarium unter Wasser festzuhalten. Neben Pflanzen werden hier vor allem auch natürliche Dekorationsmaterialien wie Steine und Hölzer in höherem Umfang benutzt. Dadurch entstehen ganz andere Strukturen als in einem Holland-Aquarium und es bilden sich natürliche Licht- und Schattenzonen. Für den Stil von Takashi Amano ist es typisch, diese unterschiedlichen Zonen auch dem Vorbild der Natur entsprechend zu bepflanzen. Das bedeutet: Für offene und helle Stellen werden Bodendecker und Stängelpflanzen verwendet. Für schattige Stellen benutzt man Schattenpflanzen wie Moose, bestimmte Farne und andere Aufsitzerpflanzen, die in solch einem Aquarium ganz natürlich an Steinen oder Holz festwachsen können. Dieses Spiel von Licht und Schatten entspricht dem ostasiatischen Schönheitsempfinden, das sich auch im japanischen Ästhetik-Prinzip des "Wabi-Sabi" ausdrückt und in dem Schattendasein und Vergänglichkeit eine große Rolle spielen.

    Naturaquarium von Takashi Amano

    Ein klassisches Naturaquarium von Takashi Amano.

    Aquascaping

    Was ist nun Aquascaping? Dieser Begriff ist sicherlich deutlich später als das "Naturaquarium" bekannt geworden, wobei beides stark zusammenhängt. Aquascaping steht für aquatic landscaping, also ebenfalls für die Nachbildung von Überwasser-Szenerien in einem Aquarium. Aquascaping ist aber noch etwas allumfassender und beschränkt sich nicht nur auf den Stil von Takashi Amano. Im Laufe der Jahre haben sich immer mehr Menschen mit der Kunst beschäftigt, ein Aquarium einzurichten. Somit entstanden auch noch mehrere Stile und Spielarten, die aber alle unter dem Oberbegriff "Aquascaping" zusammengefasst sind. Während der Stil von Takashi Amano dem Betrachter noch Freiraum für eigene Interpretationen lässt und etwas abstrakter wirkt (angelehnt an den Impressionismus), sind sehr moderne Aquascapes mittlerweile mit einem so hohen Realismus-Grad verbunden, dass sie dem Zuschauer keinen eigenen Interpretationsspielraum geben. Diese sehr modernen Nachbauten von Überwasserszenen werden oft auch als Diorama-Stil betitelt und zeichnen sich, verbunden mit dem hohen Realismus-Grad, durch unglaubliche Detailvielfalt und Tiefenwirkung aus.

    Aquascape im Diorama Stil

    Ein Aquascape im Diorama-Stil von Aram Schneider.