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Aufsitzerpflanzen für dein Aquarium

Aufsitzerpflanzen sind ein besonderes Geschenk der Natur. Sie können sich auf harten Gegenständen festheften und eignen sich daher ideal zur Bepflanzung des Hardscape, also Dekorationsmaterialien wie Steinen und Wurzelholz. Solche Aquarienpflanzen gedeihen unabhängig vom Bodengrund und können auf verschiedenste Art im Aquarium befestigt werden. Damit bieten Aufsitzer tolle Möglichkeiten für die Aquariengestaltung. Sie sind aus dem Aquascaping nicht mehr wegzudenken. Unter ihnen gibt es auch ausgesprochen einfache, robuste Arten, die sich für fast jedes Süßwasser-Aquarium eignen. Viele Aufsitzerpflanzen, sowohl geläufige Arten als auch rare Spezialitäten, kann man in unserem Online-Shop kaufen.

Die meisten dieser speziellen Aquarienpflanzen wurden ursprünglich an schnell fließenden Waldbächen und -flüssen in den Tropen und Subtropen gefunden. Sie sitzen dort auf Felsen, Bachsteinen und Baumwurzeln, manchmal auch in Wasserfällen und Stromschnellen. Hier ändert sich der Wasserstand häufig, so dass die Pflanzen mal trockenfallen, mal überflutet werden. Sie sind besonders an starke Strömung angepasst und werden daher Rheophyten ("Strömungspflanzen") genannt. An solchen schwierig zu besiedelnden Plätzen haben die Rheophyten wenig Konkurrenz durch andere Pflanzen.

Zwar wachsen die meisten aquariengeeigneten Aufsitzer am Naturstandort nur zeitweise untergetaucht, dennoch kann man sie im Aquarium ständig unter Wasser (submers) kultivieren. Sie brauchen im Aquarium auch keineswegs die zeitweise reißende Strömung, wie sie an den natürlichen Wuchsorten herrscht. Allerdings ist eine gute Wasserströmung ganz allgemein von Vorteil für Aquariumpflanzen.

Die meisten Aufsitzerpflanzen wachsen langsam und sind Schattenpflanzen. Damit sind sie die perfekte Wahl für ein schwach beleuchtetes Aquarium. Aber auch in Starklicht-Aquarien kann man sie verwenden, vorausgesetzt die Pflanzen sind vollständig und harmonisch mit Makro- und Mikronährstoffen sowie Kohlendioxid (CO2) versorgt. Vorbeugung gegen Algenwuchs ist wichtig, damit die langlebigen Blätter dieser Aquariumpflanzen lange ansehnlich bleiben. Es ist empfehlenswert, in stark beleuchtete Becken nicht nur langsam, sondern auch schnell wachsende Pflanzen einzusetzen, die mit kräftigem Wuchs den Algen Konkurrenz machen.

Es ist auffällig, dass die meisten Aufsitzerpflanzen für Aquarien zu den Aronstabgewächsen (Familie Araceae), den Farnen und den Moosen zählen. Wahre Klassiker sind die Anubias barteri-Varietäten und der Kongofarn (Bolbitis heudelotii) aus dem tropischen Afrika sowie der asiatische, äußerst variantenreiche Javafarn (Microsorum pteropus). Diese Arten sind seit langem bewährte, robuste Aquarienpflanzen. Besonders die Speerblätter (Anubias) widerstehen mit ihren derben Blättern großen, ruppigen oder pflanzenfressenden Fischen und werden gern zum Bepflanzen von Cichlidenbecken verwendet. Vom Javafarn sind in neuerer Zeit viele dekorative Formen wie "Trident", "Orange Narrow" und der echte "Needle Leaf"-Javafarn bekannt geworden, die eine Bereicherung für das Aquascaping sind. Zudem bietet Microsorum pteropus mit seinem dunkelbraunen Wurzeldickicht natürliche Versteck- und Laichplätze für Fische und andere Aquarientiere. Man schätzt den Javafarn und andere Aufsitzer für Zuchtbecken ohne Bodengrundschicht, wo diese Wasserpflanzen befestigt oder frei treibend wachsen und bei Bedarf schnell entfernt werden können.

In den letzten Jahren ist eine ganze Anzahl von neuen Aufsitzern für das Aquarium bekannt geworden. Eine faszinierende Vielfalt an Blattformen und Farbtönen zeigen die vielen, größtenteils noch unbestimmten Bucephalandra-Formen von der Insel Borneo, die unter Wasser auch häufig blühen. Schismatoglottis roseospatha, ebenfalls von Borneo, sieht einer Cryptocoryne nicht unähnlich. Dieser Rheophyt ist schon lange in Kultur und einfach zu halten, aber erst in letzter Zeit bekannter geworden. Der Dunkle Streifenfarn (Hymenasplenium obscurum) und winzige, zarte Hautfarngewächse wie Crepidomanes cf. malabaricum bereichern ebenfalls die Aquarienflora um interessante Aufsitzerpflanzen. Viele zwergige Anubias-Formen wie 'Petite' ('Bonsai') und 'Pangolino' sind aus Beständen von Anubias barteri var. nana ausgelesen worden.

Obwohl keine typische Aufsitzerpflanze, hat sich die Stängelpflanze Hygrophila pinnatifida aus Indien als sehr dekorative Pflanze für das Hardscape herausgestellt. Besonders ihre kriechenden Ausläufertriebe wachsen mit ihren Wurzeln an Steinen und Holz mehr oder weniger fest, und durch regelmäßiges Beschneiden lässt sich der Bestand formen und niedrig halten. Ein interessanter Fall ist auch Eriocaulon sp. "Japan Needle Leaf". Dieses grasähnliche, langblättrige Eriocaulon heftet sich nach unserer Erfahrung mit seinen Wurzeln auf Steinen fest und sollte mehr auf seine Eignung als eine außergewöhnliche Aufsitzerpflanze getestet werden.

Aquarien-Aufsitzerpflanzen sind größtenteils Rhizompflanzen. Sie haben einen kriechenden Wurzelstock (das Rhizom), den man mit einem waagerecht wachsenden Stängel vergleichen kann. An der Triebspitze bilden sich neue Blätter und Haftwurzeln. Damit sich die Wurzeln festheften können, müssen die wachsenden, jüngeren Triebe in stabilen Kontakt mit dem Untergrund kommen. Welche Möglichkeiten zur Befestigung auf dem Hardscape es gibt, beschreiben wir im Artikel Aufsitzerpflanzen für Aquarien. Am Rhizom entwickeln sich Seitentriebe, wodurch der Pflanzenbestand mit der Zeit immer größer wird. Dieser lässt sich bei Bedarf durch Teilung verkleinern, wodurch die Pflanze auch einfach vermehrt werden kann. Tipps für die Vermehrung von Rhizompflanzen geben wir in diesem Artikel. Javafarn (Microsorum pteropus) und Formen von Bolbitis heteroclita vermehren sich überdies reichlich durch Jungpflanzen (Adventivpflanzen) an älteren, besonders abgetrennten Blättern.
Die Rhizome und Wurzeln der Aufsitzerpflanzen vertragen keinen Sauerstoffmangel. Sie sollten deshalb nicht im Bodengrund vergraben werden, andernfalls riskiert man Faulen der Rhizome und Absterben der Pflanze. Dadurch unterscheiden sich diese Aquarienpflanzen von vielen typischen Wasserpflanzen, die dank ihres Luftgewebes (Aerenchym) sogar an sehr sauerstoffarmen Faulschlamm angepasst sind. Es gibt aber die Möglichkeit, Aufsitzerpflanzen auf dem Bodengrund zu befestigen, zum Beispiel mit durchsichtigen Plastik-Pflanzenklammern von JBL (ProScape Plantis).

Auch die meisten Moose für Aquarien sind Aufsitzerpflanzen. Sowohl in den Tropen als auch in kälteren Breitengraden sind Steine, Geäst und Baumwurzeln in und an Bächen oft mit wunderschönen Moosteppichen überzogen, und Wassermoose ermöglichen das Nachempfinden solcher natürlichen Szenerien im Aquarium. Anders als die höheren Aufsitzerpflanzen heften sich Moose nicht mit Wurzeln, sondern haarartigen Haftorganen (Rhizoiden) fest. Einige Moose wachsen im Aquarium allerdings kaum auf dem Untergrund fest, doch auch diese platziert man am besten auf dem Hardscape durch Aufbinden oder Kleben. Sehr natürliche, dschungelhafte Wuchsbilder lassen sich durch die Kombination von Moosen mit anderen Aufsitzern wie Farnen und Aronstabgewächsen kreieren; diese sind auch an ihren Naturstandorten meist mit Moosen vergesellschaftet.