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    Wabi-Kusa

    Pflanzschalen nach japanischem Vorbild

    Ein Wabi-Kusa ist im Prinzip eine kleine, zusammenhängende Portion aus Pflanzenerde (in der Regel Soil), oft ballartig geformt, aus der verschiedene Aquarienpflanzen wachsen. Die Pflanzen befinden sich im emersen Zustand, also in ihrer Überwasserform. Bekannt geworden sind sie durch Takashi Amano und sein Unternehmen ADA, Aqua Design Amano. Takashi Amano setzte Wabi-Kusas gerne ein, um damit größere Aquarien effizient zu bepflanzen. Anstatt mühsam Wasserpflanzen einzeln per Pinzette zu setzen, nahm er einfach vorkultivierte Wabi-Kusas und legte diese auf den Bodengrund im Aquarium (gut zu sehen in folgendem Video ab Minute 5:30).

    Auf diese Weise lassen sich größere Flächen in kurzer Zeit bepflanzen. Mit der Zeit stellen sich die Wasserpflanzen auf ihre submerse Wuchsform um und verwurzeln mit dem Bodengrund im Aquarium. Dies stellt allerdings nur eine Verwendungsmöglichkeit von Wabi-Kusa dar. Es ist außerdem möglich, die bepflanzten Soil-Bälle weiterhin emers zu verwenden, sei es in schönen Pflanzvasen oder -schalen aus Glas oder etwa im Überwasser-Bereich eines Paludariums. Dies sind mittlerweile sehr beliebte Methoden, bei denen ein Wabi-Kusa als eigenständiges, ästhetisches Design-Objekt zur Verschönerung des Wohnraumes betrachtet wird.

    Wabi Kusa Pflanzvasen

    Wabi-Kusa-Pflanzvasen von Do!aqua.

    Thematisch ist es außerdem eng mit der sogenannten Drystart-Methode verknüpft, bei der ebenfalls emerse Wasserpflanzen weiter in der emersen Form kultiviert werden.
    Wabi-Kusa ist angelehnt an das ostasiatische Schönheitsprinzip Wabi-Sabi, bei dem das Vergängliche und Unvollkommene eine besondere Rolle spielt. Es gibt keine direkte Übersetzung von Wabi-Kusa, es lässt sich aber salopp mit "schöner Graslandschaft" umschreiben.

    Pflanzen

    Nahezu jede Aquarienpflanze ist auch für eine Gestaltung in einem Wabi-Kusa geeignet, sofern sie sowohl eine Unterwasserform (submers) als auch eine Überwasserform (emers) ausbilden kann. Teilweise sind die emersen und submersen Wuchsformen in Farbe und Blattstruktur deutlich voneinander verschieden. Nur reine Unterwasserpflanzen wie zum Beispiel Vallisnerien, Blyxa oder Ceratophyllum sind nicht für ein Wabi-Kusa geeignet.

    Blühende Wasserpflanzen

    Einige Pflanzenarten wie etwa Pogostemon erectus entwickeln emers wunderschöne Blütenstände.

    Beliebte Pflanzenarten für ein Wabi-Kusa sind vor allem die meisten Stängelpflanzen, aber auch Bodendecker. Moose sind in diesem Zusammenhang eher "Nutzpflanzen" und übernehmen eine Funktion als Grundstruktur und Feuchtigkeitsspeicher.

    Wir empfehlen für die Einrichtung eines Wabi-Kusa, auf bereits emerse Wasserpflanzen (wie etwa die meiste Topfware, welche im Handel angeboten wird) zurückzugreifen. Es klingt zwar einfach, zum Beispiel den submersen Pflanzenrückschnitt aus seinem Aquascape zu verwenden, jedoch ist die Umstellung der Pflanzen auf ihre emerse Form ein schwieriges Unterfangen und wird nicht immer von Erfolg gekrönt. Will man Pflanzen aus seinem Aquarium verwenden, ist es besser, diese über die Wasseroberfläche hinaus wachsen zu lassen. Die Pflanzentriebe sind dann bereits auf emersen Wuchs umgestellt und können nahe der Oberfläche abgetrennt und für das Wabi-Kusa verwendet werden.

    Hygrophila pinnatifida emers

    Hygrophila pinnatifida wächst aus dem Wasser.

    Einrichtung

    Den Soil-Ball eines Wabi-Kusa kannst Du prima selber herstellen. An Hilfsmitteln und Materialien dafür benötigst Du:

    1. Schritt: Soil zermatschen

    Wabi Kusa herstellen

    Fülle etwas Soil in die kleine Schüssel. Gib ein wenig Wasser hinzu. Ziehe die Handschuhe an und knete den Bodengrund in der Schüssel, bis eine zusammenhängende Masse entsteht. Die einzelnen Soil-Kugeln werden dabei zerdrückt. Die Konsistenz des "Teiges" sollte leicht matschig sein, aber nicht so nass, dass wieder alles auseinander fällt.

    2. Schritt: Soil formen

    Soilkugel

    Ist nun eine zusammenhängende, gut formbare Masse entstanden, kannst Du das Soil mit den Händen zu einem Ball formen. Bei passender Konsistenz behält dieser seine runde Form bei. Denkbar sind natürlich auch andere Formen (zum Beispiel fladenförmig), jedoch sind die Bälle für Wabi-Kusas in Pflanzvasen die beliebteste Struktur.

    3. Schritt: Moos umwickeln

    Moos aufbinden

    Der Soil-Ball wird nun mittels eines Fadens mit Moos umwickelt. Das hat im Prinzip zwei wichtige Gründe. Zum einen wird durch diesen Vorgang der Ball stabiler und bleibt besser in Form, zum anderen dienen die Moose als Feuchtigkeitsspeicher. Als Moose können typische aquaristische Arten verwendet werden, aber auch Waldmoose. Das Material sollte vollflächig über den Ball befestigt werden. Der Faden sollte stramm sitzen und mit ausreichend Umwicklungen der Kugel dafür sorgen, dass das Soil in Form bleibt und nicht zerfallen kann.

    Moos Wabi Kusa

    4. Schritt: Bepflanzen

    Wabi Kusa Pinzette

    Nun kann der Ball auf der oberen Hälfte mit den Wasserpflanzen bepflanzt werden. Dazu bohrst Du mit der Pinzettenspitze ein kleines Loch in die Soil-Kugel und setzt dort anschließend einen Stängel ein.

    Wabi Kusa bepflanzen

    Bei emersen Pflanzen können bereits längere Stängel gesetzt werden. Sind die Aquarienpflanzen noch im submersen Zustand, empfiehlt sich das Einsetzen kurzer Kopfstecklinge.

    5. Schritt: Installation

    Wabi Kusa in Pflanzvase

    Nun kann der fertig bepflanzte Soil-Ball in die dafür vorgesehene Schale oder Vase aus Glas gesetzt werden. Ein minimaler Wasserstand von einigen wenigen Zentimetern sollte vorhanden sein, damit sich genügend Feuchtigkeit im Bodensubstrat hält. In den ersten vier Wochen sollte das Gefäß noch mit einer Frischhaltefolie versiegelt sein. Wurden recht viele submerse Wasserpflanzen verwendet, sollte man diesen Zeitraum sogar noch verlängern, bis eine Umstellung auf emersen Wuchs erfolgt ist. Regelmäßiges, kurzes Lüften beugt einer Schimmelbildung vor. Nach Ablauf dieses Zeitraumes kannst Du nach und nach die Folie auf der Pflanzvase lockern beziehungsweise öffnen. So können sich die Pflanzen langsam an die trockenere Raumluft gewöhnen.

    Feuchtigkeit

    Ähnlich wie beim Drystart ist der Feuchtigkeitsgehalt sehr wichtig für den Betrieb eines Wabi-Kusa, vor allem in der Anfangszeit, in der sich die Pflanzen noch akklimatisieren müssen. Auch hier gilt die Devise: Weniger ist mehr. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit sorgt oft dafür, dass die Pflanzen zu Matsch zerfallen. Ebenso sollte Staunässe im Bodensubstrat verhindert werden. Ein zu hoher Wasserstand in Kombination mit genügend Lichteinfall kann zu Algenwuchs in den unteren Regionen führen.

    Algen im Soil

    Standort

    Geeignete Standorte für ein Wabi-Kusa sind Räume, die über das ganze Jahr ein möglichst konstantes Klima besitzen. Wie auch einige Zimmerpflanzen vertragen emerse Aquarienpflanzen in einem offenen Wabi Kusa zu trockene Luft nicht gut. Diese kann durch starkes Heizen in den Herbst- und Wintermonaten verursacht werden. Fensterbänke, unter denen sich Heizkörper befinden, sind weniger gut geeignete Plätze für ein Wabi-Kusa. Auch Wohnzimmer, welche mit einem Kamin beheizt werden, scheiden aus denselben Gründen aus. Besser geeignet sind durchaus "Feuchträume" wie etwa Badezimmer oder Gäste-WC's, aber auch Schlafzimmer oder Büros.

    Pflege

    Wabi Kusa in Pflanzvase

    Copyright by Frederic Fuss Aquascaping

    Ein Wabi-Kusa benötigt, wenn es einmal komplett auf emersen Wuchs umgestellt ist, recht wenig Pflege. Je nach Standort sollte es regelmäßig (zweimal täglich) mit weichem Wasser besprüht werden. Je nach Bedarf werden verdunstetes Wasser in der Pflanzschale nachgefüllt und abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernt sowie die Pflanzen etwas gestutzt. An Technik wird lediglich eine Beleuchtung benötigt, die am besten per Zeitschaltuhr geregelt wird. Man kann die bepflanzten Schalen sogar komplett techniklos betreiben, wenn ein guter Standort mit passendem Tageslichteinfall vorhanden ist.

    Erst nach längerer Standzeit und bei gegebenenfalls stagnierendem Wuchs der Pflanzen kann man ein wenig Flüssigdünger in das Sprühwasser hinzumischen.