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    Filterung eines Pflanzenaquariums

    Worauf man achten sollte

    Aquascapes oder Pflanzenaquarien haben in punkto Filterleistung und -ausstattung andere Ansprüche als ein Becken mit hohem Fischbesatz. Wir erklären Euch hier, was wichtig ist.

    Umwälzung

    Wasserbewegung

    Die Strömung in einem stark bepflanzten Aquarium sollte ausreichend sein, damit der Nährstofftransport für die Versorgung der Wasserpflanzen gewährleistet ist. Vor der Anschaffung solltest Du Dich genügend über die Umwälzleistung des Filters informieren. Diese wird in der Regel in Litern pro Stunde angegeben. Als Mindestrichtwert empfehlen wir eine dreifache Umwälzung des Brutto-Fassungsvermögens Deines Aquariums pro Stunde. Zum Beispiel: Ein Standard-54 Liter-Becken sollte dreimal in der Stunde umgewälzt werden. 3 x 54 ergeben eine erforderliche Pumpenleistung von mindestens 162 Litern pro Stunde.
    Da die Herstellerangaben oft nur für ideale Bedingungen angegeben sind, sollte man den Wert sogar noch etwas erhöhen, um zusätzliche Reserven zu haben. Mit der Zeit lagern sich Mulm und Dreck nicht nur im Filter, sondern auch in den Schläuchen und Filter-Ein- und -Auslässen an. Dies reduziert den Durchfluss und somit die Strömung. Auch der Inhalt eines Aquariums ist entscheidend: Hohe Aufbauten durch üppig verwendetes Hardscape oder immer dichter werdende Pflanzenbüsche vermindern ebenfalls die Umwälzung im Becken.

    Filtermaterialien

    Filtermedien

    Unter den verschiedenen Filtermedien herrscht eine große Vielfalt. Grob unterteilt werden diese in mechanische, biologische und chemische Filtersubstanzen. Mechanische Filterung entspricht dem Herausfiltern von Schwebepartikeln, meist durch Vorfilter in Form von Schwämmen, Watte oder Vlies. Das Prinzip der biologischen Filterung besteht darin, dass sich auf den entsprechenden Filtermaterialien Bakterien ansiedeln, die durch ihre Tätigkeit bestimmte Stoffe aus dem Aquarienwasser abbauen. Bei der chemischen Filterung nehmen spezielle Materialien durch chemische Prozesse aktiv Einfluss auf das Wasser und binden gezielt unerwünschte Stoffe. Darunter fallen Filtermaterialien wie zum Beispiel Aktivkohle oder Phosphat-Adsorber.

    Beim Neukauf eines Filters befinden sich in der Regel bereits verschiedene Filtermaterialien im Lieferumfang. Nicht alle davon sind für den Betrieb eines Pflanzenaquariums nötig, einige sind sogar eher kontraproduktiv.

    Aktivkohle

    Der (dauerhafte) Einsatz von Aktivkohle als Filtermedium macht in einem bepflanzten Aquarium, welches auch dem Bedarf der Pflanzen entsprechend mit Flüssigdüngern versorgt wird, keinen Sinn. Die Aktivkohle sorgt zwar für klares Wasser, bindet aber leider auch unter anderem Metalle, die für die Pflanzen wichtige Nährstoffe darstellen. Durch einen Volldünger zugeführtes Eisen und andere Spurenelemente werden durch die Aktivkohle wieder entfernt. Insofern sollte man Aktivkohle in einem Pflanzenaquarium nur unter bestimmten Bedingungen einsetzen, etwa nur für einen kurzen Zeitraum, um nach einem Medikamenteneinsatz gegen Fischkrankheiten die Rückstände wieder aus dem Wasser zu entfernen.

    Hochleistungsfiltermedien

    Sogenannte Hochleistungsfiltermedien sind aus verschiedenen, meist porösen Materialien (Keramik, Plastikbälle, Sinterglas) hergestellte Filtersubstrate mit einer besonders großen Oberfläche zur Ansiedlung von Bakterien. Diese dienen dazu, die Anreicherung des Wassers mit Stickstoffverbindungen zu kontrollieren und zu verringern. Dies fällt unter das Prinzip der biologischen Filterung. Hochleistungsfiltermedien machen in einem Aquarium mit hohem Fischbesatz und dementsprechender Wasserbelastung Sinn, nicht aber in einem Aquascape oder Pflanzenaquarium. Zum einen sind solche Aquarien in der Regel nur sehr schwach mit Fischen besetzt, zum anderen genügen die Oberflächen im Aquarium selbst (auf der Dekoration, den Pflanzen und im Bodengrund), um ausreichend Besiedlungsfläche für zum Beispiel nitrifizierende Bakterien zu bieten. Eine deutliche Vergrößerung dieser Oberfläche durch den Einsatz von Hochleistungsfiltermedien ist in einem stark bepflanzten Aquarium eher kontraproduktiv, da wichtige Nährstoffe wie Stickstoffverbindungen durch Bakterien abgebaut werden, anstatt sie den Wasserpflanzen als Nahrung zur Verfügung zu stellen. Auch das Prinzip eines Hamburger Mattenfilters (HMF) ist aus den gleichen Gründen weniger gut für ein Aquarium mit dem Schwerpunkt auf Pflanzen geeignet.
    Das favorisierte Prinzip ist eher das einer Geringfilterung, denn in der Regel reicht es zum Betrieb eines Pflanzenaquariums vollkommen aus, den Filter nur mit einigen wenigen Filterschwämmen auszustatten. Viele erfolgreiche Aquascaper betreiben Filter, die nur zur Hälfte oder zu einem Drittel mit Filtermedien befüllt sind. Dies wirkt sich auch positiv auf die Wasserumwälzung auf, da durch die Reduzierung des Filtermaterials weniger Hindernisse im Filterkreislauf vorhanden sind.

    Oberflächenbewegung

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    Eine stark bewegte Wasseroberfläche hat Vor-, aber auch Nachteile. Hier es geht darum, einen guten Kompromiss zwischen Pro und Contra zu finden und auf einer Seite seinen persönlichen Schwerpunkt zu setzen.

    Vorteile

    • Eine starke Oberflächenbewegung sieht zunächst einmal einfach gut aus. Es vermindert die Bildung einer Kahmhaut durch Staubpartikel und Bakterienfilme. Bei einem offen betriebenen Aquascape passt neben glasklarem Wasser im Aquarium auch eine saubere Wasseroberfläche ins ästhetische Konzept. Dies kann durch einen nach oben gerichteten Filterauslass oder aber durch einen Filtereinlass mit Oberflächenabzug realisiert werden.
    • Vor allem in Kombination mit punktuellen Lichtquellen (HQI-Strahler oder LEDs) schafft eine bewegte Oberfläche tolle Licht- und Schattenspiele und den vielfach beschriebenen Kringeleffekt.
    • Durch die starke Bewegung wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert. Dies ist in Aquarien mit hohem Fischbesatz nicht unwichtig. In dicht bepflanzten Becken sorgen in der Regel die Wasserpflanzen durch ihre Photosynthese für eine Steigerung des Sauerstoffgehaltes im Wasser.

    Nachteile

    • Durch den stärkeren Gasaustausch wird leider auch recht viel CO2 ausgetrieben. Da Kohlenstoff in Form von CO2 aber ein wichtiger Pflanzennährstoff ist, sollte dieser unbedingt zugeführt werden. Verringert sich der Eintrag durch eine starke Bewegung der Wasseroberfläche, sollte man die Zufuhr anpassen und die CO2-Einbringung dementsprechend erhöhen. Eine Überwachung des CO2-Gehaltes durch einen Dauertest ist hierbei sehr zu empfehlen.
    • Es kommt zu einer leichten Steigerung der Verdunstung. Gerade in offen betrieben Becken in Pool-Bauweise macht sich dies bemerkbar. Hier sollte der Wasserverlust durch Verdunstung durch Zugabe von entmineralisiertem Wasser (zum Beispiel per Umkehrosmose) regelmäßig wieder ausgeglichen werden.
    • Für einige Fisch-, aber auch Pflanzenarten ist eine starke Oberflächenbewegung nicht gut verträglich. Vor allem Labyrinthfische wie Kampffische (Betta) oder Fadenfische (Trichogaster) bevorzugen eine ruhige Oberfläche, auch um ihre Schaumnester bauen zu können. Zudem sind Aquarien mit starker Strömung an der Wasseroberfläche weniger für den Einsatz von Schwimmpflanzen geeignet.

    Ansaugschutz

    Ansaugschutz

    Viele Aquascapes und Pflanzenaquarien, vor allem im Nano-Bereich, werden mit eher klein bleibenden Fischarten und Zwerggarnelen besetzt. Solche kleinen Tiere und vor allem deren Nachwuchs müssen davor geschützt werden, durch die feinen Ansaugschlitze des Filtereinlasses eingesaugt zu werden. Dafür gibt es sogenannte Filter Guards, die auf gängige Inflows von 13 und 17 mm Durchmesser passen. Diese sehr feinmaschigen Körbe bestehen aus rostfreiem Edelstahlgitter und können passgenau über das Ansaugrohr gestülpt werden. Bedenke aber, dass aufgrund der geringen Porengröße sich mit der Zeit viel Mulm am Ansaugschutz ansammeln kann. Dies kann zur Folge haben, dass die Filterleistung eingeschränkt wird. Achte deshalb auf eine regelmäßige Reinigung des Filter Guards.