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    Nitratgehalt senken im Aquarium

    Tipps zur Reduzierung des NO3-Gehaltes

    Nitrat stellt das letzte Glied der Abbaukette der Nitrifikation im sogenannten Stickstoffkreislauf dar. Dieser ist Teil eines funktionierenden Ökosystems und dient in einem Aquarium dazu, organische Belastungen zu zersetzen und umzuwandeln. Hierbei wird von verschiedenen Bakterien zunächst Ammonium zu Nitrit und abschließend Nitrit zu Nitrat umgeformt. Während die beiden Vorstufen Ammonium und Nitrit für tierische Bewohner eines Aquariums gefährlich werden können, ist Nitrat zunächst einmal ein ungiftiger Stoff. Der ideale Gehalt von Nitrat wird in den verschiedenen Aquaristik-Spielarten (Süßwasser, Salzwasser, Zucht, Garnelenaquarien, Wasserpflanzen) aus diversen Gründen auch unterschiedlich hoch angesetzt. In einem normalen Gesellschaftsaquarium sind etwas höhere Werte im Bereich von 50 bis 100 mg/l NO3 (Nitrat) durchaus noch tolerierbar, auch stärkere Konzentrationen werden abhängig von der Art der Fische noch gut vertragen. Wird diese Grenze deutlich überschritten, empfehlen wir dem Aquarianer, sich Gedanken über geeignete Gegenmaßnahmen machen und Ursachenforschung zu betreiben. Ein extremer hoher Nitratgehalt ist in erster Linie als ein Indikator dafür anzusehen, dass das Ökosystem im Aquarium nicht richtig arbeitet oder überlastet ist. Dann sollten grundsätzliche Dinge wie die Filterung, Pflegemaßnahmen oder das Fütterungsverhalten überdacht werden.

    Nitrat in einem bepflanzten Aquarium

    Wasserpflanzen

    Stickstoff in Form von Nitrat ist ein wichtiger Nährstoff für Wasserpflanzen. Er wird zusammen mit anderen Elementen von den Aquarienpflanzen verbraucht, wenn entsprechend gute Wachstumsbedingungen vorliegen. In einem stark bepflanzten Aquarium oder Aquascape kann der Nitratverbrauch der Pflanzen so hoch liegen, dass dieser Nährstoff sogar gezielt über einen Nitratdünger extra zugeführt werden muss, damit es nicht zu Mangelerscheinungen und Wachsstumstörungen bei den Wasserpflanzen kommt. Teilweise kann so ein Aquarium mit vielen schnellwachsenden Pflanzen durchaus einen Tagesverbrauch von bis zu 5 mg/l NO3 haben. Daher wird in einem Pflanzenaquarium eine Nitratkonzentration von 10 bis 25 mg/l NO3 angestrebt. Deutlich höhere Gehalte sind zwar für die Wasserpflanzen nicht schädlich, es kann aber zu einer Veränderung in der Farbbildung kommen. Hierbei tendieren manche rötliche Pflanzenarten zu einem grüneren Farbton.

    Nitrat im Fisch-Zuchtaquarium

    In Aquarien mit einer hohen Besatzdichte, wie es etwa in Zuchtanlagen der Fall ist, ist das Ökosystem stärker damit beschäftigt, organische Belastungen abzubauen. Kommen dann Faktoren wie übermäßige Fütterung, ungenügende Filterbestückung und nur wenige, tendenziell eher langsam wachsende Wasserpflanzen ins Spiel, können erhöhte Nitrat- und Phosphatkonzentrationen entstehen. In Aquarien mit dem Fokus auf der Zucht von Tieren ist eine zu hohe Nitratkonzentration nicht erwünscht. Zwar ist Nitrat an sich kein giftiger Stoff, kann aber in sehr hohen Konzentrationen für etwaige Probleme in der Aufzucht der Fische sorgen. Dies kann wahrscheinlich darin begründet sein, dass jedes beliebige Salz (in dem Falle Nitrat) ab einem gewissen, höheren Gehalt osmotische Auswirkungen auf den Wasserhaushalt eines Tierkörpers hat und diesen negativ beeinflussen kann.

    Nitrat im Garnelenaquarium

    Caridina dennerli

    Caridina dennerli - Copyright by Chris Lukhaup.

    Eine besondere Rolle spielt der Gehalt von Nitrat in Zuchtaquarien von Zwerggarnelen. Für eine erfolgreiche Häutung benötigen diese ausreichend Jod, um das Häutungshormon Crustecdyson bilden zu können. Ein zu hoher Nitratgehalt hemmt allerdings die Aufnahme von Jod bei Garnelen. Dadurch bedingt werden zu wenig Häutungshormone gebildet und es kann zu Fehlhäutungen oder ausbleibenden Häutungen kommen, welche in dem Verlust der Tiere resultieren. Vor allem Zwerggarnelen aus sehr sauberen Habitaten (Bienengarnelen und ähnliche, aber auch die Sulawesi-Garnelen) sind dabei viel weniger tolerant gegenüber Nitrat als solche aus eher nährstoffreichen Habitaten wie Neocaridina davidi. Bei Hochzuchten wird daher ein Maximalgehalt von 15 mg/l Nitrat angestrebt, bei unempfindlicheren Arten werden Werte leicht über 25 mg/l noch vertragen.

    Zur Nitratsenkung und um die Wasserbelastung durch organische Verbindungen gering zu halten, empfiehlt sich ein großzügiger Wasserwechsel, der regelmäßig durchgeführt wird. Lassen sich diese Pflegemaßnahmen nicht umsetzen oder reichen nicht aus, kann man auf andere Möglichkeiten ausweichen. Wir stellen hier nun einige Möglichkeiten zur Nitratsenkung vor.

    Wasserpflanzen einsetzen

    Wasserpflanzen

    Vor allem schnellwüchsige Wasserpflanzen haben einen recht hohen Verbrauch an Elementen wie Nitrat und Phosphat sowie andere Nährstoffen. Sie können daher dazu beitragen, die Konzentrationen von Nitrat und Phosphat zu verringern. Außerdem bieten die Aquarienpflanzen tierischen Bewohnern wie Fischen und Garnelen tolle, natürliche Versteck- und Ablaichmöglichkeiten. Zudem wird durch den Photosynthese-Prozess Sauerstoff hergestellt, der den Aquarieninsassen ebenfalls zu Gute kommt. Insofern ist das Einsetzen von Wasserpflanzen eine vor allem sehr natürliche Möglichkeit der Nitratreduzierung, die zusätzlich das komplette Ökosystem im Aquarium unterstützt. Für den optimalen Wuchs von Wasserpflanzen ist es wichtig, diese mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Nähere Informationen dazu findest du in dem Artikel "Düngung eines Pflanzenaquariums".

    Einsatz biologischer Filtermedien

    Das Bestücken des Filters mit sogenannten Hochleistungsfiltermedien begünstigt die Ansiedlung Nitrat abbauender Bakterien. Biologische Filtermaterialien wie JBL BioNitrat Ex oder Oase Hel-X besitzen hoch poröse Eigenschaften und bieten den Bakterien viel Oberfläche zum Besiedeln an.

    JBL - BioNitrat Ex

    Oft bestehen diese Filtermedien aus Sinterglas oder Keramik. Eine sofortige Reduzierung des Nitratgehaltes findet jedoch nicht statt, da die Bakterien sich erst entwickeln und vermehren müssen. Diese Maßnahme hat eher einen Langzeiteffekt.

    Entfernung mit Ionentauscher

    Zur sofortigen Nitratbeseitigung bieten sich chemische Filtermedien wie etwa das JBL NitratEx an, die auf dem Ionentauschprinzip basieren. Diese Harze binden Nitrat-Ionen und geben dafür meist Chlorid-Ionen an das Wasser ab. Ihre Tauschkapazität ist allerdings begrenzt, daher sollte der Nitratgehalt im Aquarienwasser regelmäßig mit einem Wassertest überprüft werden. In der Regel lassen sich die Harze durch eine Anwendung mit Kochsalz gut wieder regenerieren.

    JBL - NitratEx - 250 ml