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    Schädlinge im Aquarium

    Plagegeister und deren Bekämpfungsmethoden

    Durch den Austausch oder Neukauf von Fischen, Garnelen und Wasserpflanzen aus submerser Kultur kann man sich unter Umständen Schädlinge ins Aquarium einbringen. Auch beim Umgang mit Lebendfutter, vor allem beim sogenannten "Tümpeln" (Lebendfutterentnahme aus natürlichen Gewässern vor Ort), ist Vorsicht geboten. Es gibt verschiedene Plagegeister, die zum Teil einfach nur lästig sind, zum anderen aber auch gefährlich für die Bewohner eines Aquariums werden können. Wir stellen Euch hier einige Arten vor und wie man diese bekämpfen kann.

    Vorsichtsmaßnahmen

    Natürlich kann man das Risiko eines Befalls minimieren. Gerade wenn man mehrere Aquarien besitzt, sollten gewisse Hygienestandards eingehalten werden, damit keine Übertragung von einem Becken zum anderen stattfinden kann. So empfiehlt es sich, für jedes Aquarium einen eigenen Satz Werkzeug (Kescher, Pinzetten, Scheren, etc.) zu verwenden. Ist dies nicht der Fall, sollten die Tools wenigstens desinfiziert werden, bevor man sie in einem anderen Aquarium nutzt. Dies dient ebenfalls der Vorbeugung einer Parasiten-, Krankheits- und Algenübertragung.

    Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift beim Kauf von Wasserpflanzen auf emerse Topfware oder noch besser auf In Vitro-Pflanzen zurück. Diese werden steril kultiviert und sind auf jeden Fall frei von Plagegeistern.

    Elecharis sp. mini in Vitro

    Eine gute Möglichkeit, Parasiten auf die Spur zu kommen, ist die Einhaltung einer Quarantäne beim Neuerwerb von Pflanzen oder Tieren — dies gilt sowohl für einen privaten Kauf, als auch für eine Neuanschaffung von Tieren und konventionell gezogenen Pflanzen aus dem Geschäft oder Online-Shop. In einem gesondertem Aquarium können sie über einen gewissen Zeitraum beobachtet werden, ob sich Schädlinge mit eingeschlichen haben. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, beim Einsetzen von Tieren nicht das Transportwasser ins Aquarium zu schütten.

    Übersicht typischer Schädlinge im Aquarium

    Planarien

    Planarie

    Planarien, auch Platt- oder Strudelwürmer genannt, sind räuberische Würmer, die relativ häufig im Aquarium vorkommen können. Es gibt verschiedene Arten, die sich in punkto Körperform, Farbgebung und Vermehrung unterscheiden. Meist sind Planarien weiß oder bräunlich, bis zu 20 mm lang und an ihren Augenflecken, einem verästelten, zum Kopf hin Y-förmig geteilten Darm und einem in der Körpermitte sitzenden helleren Schlundfleck zu erkennen. Oft liest man den Hinweis auf einen dreieckigen Kopf, aber nicht alle Arten haben diese Kopfform. Planarien sind eher lichtempfindlich und bevorzugen dunklere Ecken im Aquarium. Leider sind diese Tiere vor allem im Jungstadium leicht mit anderen Würmern zu verwechseln, die sich auch an den Scheiben aufhalten. Diese anderen Würmer sind meist harmlose Wenigborster oder sogenannte Scheibenwürmer (Rhabdocolea, Mesostomidae und andere), welche oft ebenfalls hell bis weiß gefärbt sind, denen aber die Merkmale Augenflecken, Schlundfleck und auch der stark verästelte Darm fehlen.

    Wenigborster

    Oligochaet Pristina sp., Wenigborster

    Berührt man eine Planarie oder einen Scheibenwurm mit dem Finger, bleiben diese Tiere eher an Ort und Stelle und ziehen sich zu einem Punkt zusammen. Wenigborster bleiben bei Berührung eher lang gestreckt. Auch die Fortbewegung der Wenigborster ist anders, sie ähnelt ein wenig der einer Raupe mit Vor- und Zurückbewegungen. Planarien und andere Plattwürmer haben eher eine gleitende Fortbewegung, ähnlich wie Nacktschnecken.

    Bekämpfungsmethoden

    Aquasabi - Worm Catcher

    Planarienfallen stellen eine Möglichkeit dar, die Anzahl der Schädlinge zu dezimieren. Hierbei wird eine Falle mit einem Köder versehen (zum Beispiel proteinhaltiges Futter oder rohes, ungewürztes Fleisch) und im Aquarium versenkt. Am nächsten Tag kann man die Falle samt gefangener Tiere wieder entnehmen und die Schädlinge entsorgen.

    Geduldige sammeln die Würmer ab oder vernebeln sie mit Hilfe einer Spritze mit Nadel mit wenigen Tropfen einer Säure wie zum Beispiel Zitronensäure. Was nicht funktioniert, ist Zerquetschen. Da Planarien eine hohe Zahl von Stammzellen enthalten, wächst buchstäblich aus jedem kleinen Stückchen ein neuer, vollständiger Wurm heran.

    Als Fressfeinde hat sich die Tiger-Zwergschmerle Yunnanilus cruciatus entpuppt. Diese etwa vier Zentimeter großen Tiere sind auch für kleinere Aquarien geeignet und sollten in einer Gruppe gehalten werden. Leider sind diese Tiere nicht besonders häufig im Handel anzutreffen.

    Auch die rein carnivore Rotpunktgrundel Rhinogobius rubromaculatus hat sich als begeisterter Planarienfresser herausgestellt. Diese Grundel ist ein Gruppentier, das ab fünf Tieren gehalten werden sollte. Sie wird nur ca. 4 cm lang und eignet sich damit schon für Aquarien ab 60 cm Kantenlänge. Mit Garnelen sollte man sie allerdings nicht vergesellschaften, sie werden als Lebendfutter angesehen und gefressen.

    Wenigborster

    Fächer-Strudelwurm

    Eine andere Methode ist die Behandlung eines Aquariums mit dem Entwurmungsmittel Flubenol. Der Wirkstoff Flubendazol sorgt für eine Stoffwechselstörung bei Planarien, so dass die Schädlinge letzten Endes verhungern. Leider ist Flubenol auch für sämtliche Schneckenarten im Aquarium tödlich. Der Wirkstoff setzt sich im Bodengrund ab und wirkt selbst nach mehreren Monaten noch tödlich, so dass ein Neubesatz mit Schnecken sogar nach einem langen Zeitraum nicht möglich ist. Eine Behandlung mit Flubenol sollte nach zwei bis drei Wochen wiederholt werden, da es keine Auswirkungen auf die Eier der Planarien hat. Nach Ablauf dieses Zeitraumes können daher neue Exemplare schlüpfen, die man erneut bekämpfen sollte.

    Panacur ist ebenfalls ein Entwurmungsmittel. Der Wirkstoff Fenbendazol beeinflusst das Verdauungssystem von Würmern und sorgt, ähnlich wie Flubenol, für ein Absterben der Schädlinge durch Verhungern. Auch hier wirkt sich das Mittel leider negativ auf im Aquarium lebende Schneckenarten aus, lediglich Malaiische Turmdeckelschnecken, Posthorn- und Blasenschnecken scheinen eine Behandlung zu überleben. Bei einer Überdosis kann es zudem zu Deformationen bei Garnelen kommen. Eine erneute Kur ist auch mit Panacur nach 14 Tagen nötig, um frisch geschlüpfte Planarien zu vernichten. Gegen verbliebene Eigelege wirkt dieses Mittel nämlich ebenfalls nicht.

    Sowohl Panacur als auch Flubenol sind rezeptpflichtige Medikamente aus der Veterinärmedizin — und eine Behandlung sollte daher in jedem Fall mit einem Tierarzt abgesprochen werden!

    Schneckenegel

    Schneckenegel

    Schneckenegel (Glossiphonia sp.) haben eine deutlich tropfenförmige Körperform und eine Länge von bis zu drei Zentimetern. Je nach Art variiert die Farbe von milchig-weiß über grünlich bis braun-rot. Mit dem bloßen Auge gut zu erkennen ist ihr Verdauungssystem oder Ansammlungen von Eiern in der Körpermitte. Sie ernähren sich hauptsächlich von Schnecken, die sie aussaugen, und von Würmern. Ihre Fortbewegung ist ähnlich einer Spannerraupe. Sie heften den an ihrem Hinterende befindlichen Saugnapf am Untergrund fest, schieben sich mit dem Vorderende nach vorn, heften den zweiten, vorderen Saugnapf fest und ziehen ihr Hinterende nach. Bei Gefahr rollen sie sich igelhaft ein. Ihre Oberfläche fühlt sich relativ hart an. Schneckenegel sind recht leicht von Planarien zu unterscheiden.

    Bekämpfungsmethoden

    Schneckenegel treten in der Regel nicht so massenhaft auf wie etwa Planarien. Insofern kann man einzelne Exemplare ganz simpel absammeln.

    Weder Flubenol noch Panacur wirken gegen Schneckenegel. Kupferhaltige Medikamente sind giftig für sie, gerade, wenn man allerdings auch Schnecken und Garnelen im Aquarium hält, sollte man davon tunlichst die Finger lassen.

    Hydra

    Grüne Hydra

    Hydren (Süßwasserpolypen) gibt es im Aquarium in einer weißen und grünen Form. Die grüne Variante (siehe Foto) lebt symbiotisch mit eingelagerten Algen, daher der entsprechende Farbton. Die weiße Form geht keine Symbiose mit Algen ein. Hydren haben die für sie typischen Fangarme. Außergewöhnlich große Exemplare können bis zu zwei Zentimeter lang werden, in der Regel bleiben diese Nesseltiere jedoch deutlich kleiner. Hydren lassen sich gerne an exponierten Stellen nieder und versuchen mit ihren mit Nesselzellen bewehrten Fangarmen durch die Strömung frei treibende Tiere zu fangen, zu lähmen und zu fressen. Für die üblicherweise relativ kleinen Hydren sind jedoch bereits die Jungtiere der meisten Garnelenarten schon zu groß. Nur ungewöhnlich große Exemplare können ihnen und auch sehr kleiner Fischbrut gefährlich werden. Ein starker Befall mit Hydren kann jedoch Garnelen stark stressen, wenn sie keinen Platz zum Sitzen finden, an dem sie nicht von den Fangzellen vernesselt werden. Aus diesem Grund ist ein Massenbefall mit Hydren vor allem in Garnelenzuchtaquarien nicht gerne gesehen.

    Bekämpfungsmethoden

    Das manuelle Absammeln von Süßwasserpolypen sollte sehr umsichtig durchgeführt werden, da eine einzelne verbleibende Zelle ausreicht, um wieder einen komplette Hydra entstehen zu lassen. Insofern sollte man diese Tiere auch nicht zerdrücken oder grob von der Scheibe rupfen. Exemplare, welche an den Aquarienscheiben sitzen, kann man vorsichtig mit einem sehr scharfen Klingenreiniger abschaben und dann mit einem Schlauch absaugen. Auch die Einnebelmethode mit Easy Carbo oder Wasserstoffperoxid ist hilfreich, hier kann man eine Spritzenladung gezielt auf einzelnen Hydren entladen. Diese werden dadurch stark geschädigt und gehen ein oder fallen ab (dann sollte man sie absaugen, bevor ein neuer Siedlungsplatz gefunden wird). Bei einem stärkeren Befall sind hingegen andere Maßnahmen notwendig.

    Ähnlich wie bei der Bekämpfung von Planarien sind hier die chemischen Mittel Panacur und Flubenol effektiv, um größere Plagen loszuwerden. Bei Hydren sind hierbei bereits weitaus geringere Konzentrationen wirkungsvoll.

    Libellenlarven

    Libellelarve

    Diese Insekten leben im Larvenstadium unter Wasser und ernähren sich räuberisch von kleinen Tieren, dazu können auch junge Fische und Garnelen zählen. Im Aquarium sind sie recht schwer zu entdecken, da sie eher versteckt leben. Je nach Libellenart kann das Larvenstadium unter Wasser mehrere Monate oder gar Jahre dauern. Eine Larve durchläuft dabei mehrere Häutungen und kann mehrere Zentimeter lang werden. Die Körperform (lang — bei Kleinlibellen — oder gedrungen — bei Großlibellen —) und -farbe ist dabei artenabhängig. Gut zu erkennen sind die räuberischen Libellenlarven an ihren zu einer Fangmaske geformten Mundwerkzeuge und den drei Beinpaaren.

    Bekämpfungsmethoden

    Mit einer Pinzette oder einem Kescher lassen sich Libellenlarven herausfangen, wenn auch nicht besonders leicht. Einheimische Libellen stehen zwar unter Naturschutz, sie dürfen eigentlich nicht getötet werden. Untersuchungen von in Aquarien gefangenen Exemplaren haben jedoch ergeben, dass es sich dabei zu 98% um nicht bei uns heimische Arten handelt. Sie wurden zusammen mit den Pflanzen meist aus Asien importiert, da Libellen ihre Eigelege ins Pflanzengewebe einstechen. Diese Tiere dürfen unter keinen Umständen in die Natur entlassen werden! Eine klare Unterscheidung ist nur durch einen Experten möglich.

    Schnecken

    Gerade beim Kauf von submersen Pflanzen ist eine Schneckenfreiheit nicht zu garantieren. An den Pflanzen können sowohl Schnecken als auch deren Eigelege anhaften. Oft sieht man erst nach einigen Tagen erste Tiere durchs Aquarium kriechen. Typische unwillentlich eingeschleppte Arten sind Blasenschnecken, Posthornschnecken und Tellerschnecken. Auch wenn diese Tiere optisch nicht jedem Aquarienbesitzer zusagen, aus ökologischen Gründen sind Schnecken eine Bereicherung für jedes Aquarium. Sie sind hervorragende Restevertilger und weiden unermüdlich Biofilme und Algenbeläge ab.

    Tellerschnecke

    Tellerschnecken werden nur einige, wenige Millimeter groß.

    Schnecken können sich mit ihrer Vermehrungsrate recht schnell auf eine Nahrungssituation einstellen. Viele Aquarianer empfinden daher eine große Population als Schneckenplage. Meist ist diese Erscheinung aber nur temporär, etwa in den ersten Monaten eines neu eingerichteten Aquariums. Nach längerer Zeit pendelt sich die Situation oft von selber wieder ein und die Anzahl der Schnecken geht wieder zurück. Jedes Aquarium hat nur genau so viele Schnecken, wie es mit Nahrung versorgen kann. Bei dauerhaft zu vielen Schnecken sollte man sich sehr kritisch fragen, ob man nicht eventuell doch zu viel Futter ins Becken wirft.

    Bekämpfungsmethoden

    Gerade in der Anfangsphase eines neu eingerichteten Aquariums kann man durch beständiges Absammeln einem zu starkem Zuwachs an Schnecken entgegenwirken.

    Tiere wie die Raubturmdeckelschnecke (Clea helena), aber auch verschiedene Kugelfisch-Arten ernähren sich hauptsächlich von Schnecken. Gerade der Einsatz von Kugelfischen als "Nutztiere" sollte jedoch gut überlegt sein: Die Tiere müssen schließlich auf Dauer artgerecht gehalten werden! So benötigen Kugelfische auch auf lange Sicht genügend Schnecken, da sie sich ansonsten an anderen Fischen vergreifen können oder aufgrund mangelnder Zahnabnutzung nicht mehr fressen können und verhungern.

    Ein Kurzbad in einer Alaun-Lösung hilft, neu erworbene, submerse Wasserpflanzen zu desinfizieren und eventuell vorhandene Schnecken abzutöten. Dabei wird ein Teelöffel Alaun in ein Liter Wasser gelöst und die Pflanzen darin fünf Minuten gebadet. Vor dem Einsetzen sollten sie gründlich abgespült werden. Beim Umgang mit solchen Chemikalien sollte man sich jedoch mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen und Entsorgungsvorschriften befassen.

    Asiatische Egel

    Egel

    Diese am häufigsten im Aquarium zu findenden Egel stammen ursprünglich aus Asien. Sie werden mit konventionell erzeugten Pflanzen eingeschleppt.
    Es handelt sich bei diesen rötlichen bis braunroten Ringelwürmern in der Regel um Barbronia weberi. Oft sind diese Egel in der hinteren Körperhälfte seitlich rechts und links etwas dunkler gefärbt. Der asiatische Egel wird bis zu 4 cm lang und etwa 4 mm dick. Sehr gut kann man ihn an der Verteilung seiner Augenpaare erkennen: das zentrale Augenpaar liegt vorne mittig, die beiden anderen Augenpaare etwas nach hinten versetzt auf der rechten beziehungsweise auf der linken Seite des Kopfes.
    Wie alle Egel hat Barbronia weberi einen größeren Saugnapf am hinteren und einen kleineren Saugnapf am vorderen Körperende. Seine Fortbewegungsweise ist typisch: Zunächst heftet er seinen hinteren Saugnapf am Untergrund an, dann tastet sich der Kopf nach vorn. Sobald der vordere Saugnapf Halt gefunden hat, zieht der Egel seinen Hinterleib nach, sein Bewegungsmuster ähnelt also dem einer Spannerraupe.
    Barbronia weberi gehört zu den räuberisch lebenden Rüsselegeln. Er ernährt sich vorwiegend von anderen Würmern und am Boden lebenden Mückenlarven, die er im ganzen schluckt. Für Garnelen, Schnecken und Fische ist dieser Egel nicht gefährlich. Da es sich bei Barbronia weberi nicht um einen heimischen Egel handelt, darf er auf keinen Fall ausgesetzt werden oder mit Pflanzenresten ins Freiland gelangen. Er kann in unseren klimatischen Bedingungen überleben, und es wurden bereits frei lebende Population von Barbronia weberi in großen Teilen von Europa, darunter auch in Deutschland und Österreich, gefunden.

    Bekämpfungsmethoden

    Ein Massenbefall mit Barbronia weberi ist ausgesprochen selten, einzelne Exemplare kann man ganz einfach absammeln. Von vielen Fischen wird dieser schlanke Wurm gerne gefressen. Flubenol oder Panacur sind bei der Bekämpfung von Egeln wirkungslos. Kupferhaltige Mittel wirken zwar giftig auf sie, sind aber für Garnelen und Schnecken ebenfalls tödlich.