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    Hardscape im Wirbellosenbecken: Wurzeln

    Aquarienwurzeln auf Garnelentauglichkeit untersucht

    Wurzeln aus Echtholz sind aus den meisten gestalteten Aquarien und Aquascapes nicht mehr wegzudenken. Wer Welse im Becken hat, weiß sie neben dem schönen Aussehen auch als Ballaststofflieferant zu schätzen. Auch Krebse und Garnelen brauchen Ballaststoffe, die sie sich sehr gern von einer Wurzel abknuspern - was läge da näher als eine schöne Wurzel aus dem Zoofachhandel, die speziell fürs Aquarium geeignet ist?

    Wie man Aquarienwurzeln für den Einsatz im Aquarium oder Aquascape vorbereitet, eventuell auch in der Größe oder Form anpasst und wie man sie bepflanzt, lest ihr in unserem Wiki-Artikel Aquarienwurzeln vorbereiten. Hier möchten wir uns in der Folge mit verschiedenen Wurzeln hinsichtlich ihrer Eignung speziell fürs Garnelenaquarium widmen.

    Moorwurzeln, Moorwood

    Moorwurzeln stammen - wie der Name Moorwood verrät - aus dem Moor. Dort lagen sie unter Sauerstoffabschluss jahrelang in der nassen Erde und konnten sich mit Huminsäuren vollsaugen. Dieses Holz fault im Aquarium in der Regel nicht. Moorwurzeln haben eine charakteristische dunkelbraune Farbe, oft glänzen sie leicht, ihre Oberfläche ist recht glatt.

    Moorwood

    Da Moorwood noch eine Weile Huminsäuren und Gerbstoffe ans Wasser abgibt, kann es das Wasser ziemlich stark bernsteinfarben bis bräunlich färben - trübe wird das Wasser hierbei jedoch nicht. Gegen diese Verfärbung kann man Filtermedien wie Seachem Purigen einsetzen, die das Wasser in kurzer Zeit wieder klären, man kann sie aber auch einfach aussitzen. Garnelen und Fischen schaden Huminstoffe und Gerbstoffe nämlich nicht, im Gegenteil, sie wirken schleimhautpflegend und leicht adstringierend. Die Verfärbung trägt man durch die ohnehin fälligen Wasserwechsel nach und nach aus. Irgendwann gibt die Wurzel auch nichts mehr ans Wasser ab. Moorkienholz ist uneingeschränkt für Garnelenbecken zu empfehlen. Um die Verfärbung zu umgehen, kann man die Wurzel einige Tage bis Wochen außerhalb des Aquariums vorwässern.

    Moorwurzeln kann man entweder trocken kaufen - dann treiben sie zunächst auf - oder feucht - dann gehen sie sofort unter. Feucht verpackte Moorwurzeln werden in der Regel mit Salz konserviert, sie sollten vor dem Einsatz im Garnelen-Aquarium definitiv ausgewässert werden. Moorwurzeln sollten nicht überbrüht oder ausgekocht werden, weil sie dadurch später im Aquarium zu faulen beginnen können.

    Da das Moorkienholz in der Regel schon sehr lange im Moor lag, bildet sich auf Moorwood normalerweise kein Bakterienfilm nach dem Einsetzen ins Aquarium.

    Rote Moorwurzeln, Red Moorwood

    Bei den Roten Moorwurzeln handelt es sich um recht fein verzweigte, filigraner strukturierte Aquarienwurzeln. Sie erinnern vom Aussehen her stark an geschälte Wurzelstöcke, ihre Farbe ist hellbraun bis rötlich. Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit der Roten Moorwurzeln mit Moorkienwurzeln, in Wirklichkeit haben die Roten Moorwurzeln noch kein Moor gesehen. Das schöne Aquarienholz ist eigentlich der geschälte Wurzelstock eines Rhododendrons. Das trockene Holz ist relativ leicht und treibt im Aquarium zunächst auf. Wie man es unten hält, bis es sich vollgesaugt hat, beschreiben wir in diesem Artikel. Für Garnelenaquarien und Aquarien mit Zwergkrebsen eignet sich das Red Moorwood ganz vorzüglich.

    Red Moorwood

    Wenn das Holz noch relativ frisch ist, kann sich nach dem Einsetzen ins Aquarium ein Bakterienfilm darauf bilden, der wie weiße Watte aussieht. Diese Bakterienschicht verwertet Restzucker, der noch im Holz sitzt, und verschwindet wieder spurlos, sobald die Zuckerstoffe aufgebraucht sind. Garnelen und Schnecken lassen sich den Bakterienfilm übrigens gut schmecken - für den Besatz ist dieser Biofilm nicht gefährlich. Wer möchte, dass die Wurzel gleich unten bleibt, wenn sie ins Aquarium gegeben wird, wässert sie vorher separat, bis sie sich vollgesaugt hat.

    Die Rote Moorwurzel färbt das Wasser in der Regel nicht so stark wie Moorkienholz, weil sie deutlich weniger Huminstoffe und Gerbstoffe enthält. Eine leichte Braunfärbung des Wassers ist jedoch nicht auszuschließen.

    Talawa Wood

    Talawa Wood ist ein verzweigtes Holz aus Asien, das dennoch relativ gerade Linien aufweist. An manchen Stücken sind noch Reste der Rinde vorhanden, was besonders schön und natürlich aussieht. Garnelen finden besonders die Rindenbereiche attraktiv zum Beknabbern. Die zweifarbige Oberfläche, die beim Talawa Wood besonders auffällt, wird durch Sandstrahlen erzielt.  Bei dieser Wurzelart kann es anfangs ebenfalls zum oben erwähnten Bakterienrasen kommen, der von selbst wieder verschwindet, wenn die Restzuckerstoffe im Holz abgebaut sind.

    Talawa Wood

    Talawa Wood färbt das Wasser anfangs sehr stark, und es neigt zum Auftreiben, weshalb es einige Zeit vorgewässert werden sollte, bevor es ins Aquarium gesetzt wird. Damit hat sich dann auch gleich das Thema "Bakterienrasen" erledigt. Beim Auswässern kann es zu einer recht intensiven Geruchsentwicklung kommen - auch das ist normal. Dem wirkt man durch regelmäßige Wasserwechsel im Wässerungsbehälter entgegen. Für Garnelenbecken ist vorgewässertes Talawa Wood uneingeschränkt zu empfehlen, nicht vorgewässertes Talawa Holz kann durch einen zu hohen Nährstoffeintrag für Probleme wie eine Bakterienblüte und Sauerstoffknappheit sorgen. Gerade in Aquarien mit Garnelen kann das zu Schwierigkeiten führen - deshalb sollte Talawa Wood immer vorgewässert werden, bevor es in ein Aquarium mit Zwerggarnelen kommt.

    Flussholz, Driftwood

    Das dunkle Flussholz ist echtes Treibholz, das schon eine ganze Zeit im Wasser gelegen hat und durch die Elemente geformt wurde. Es geht recht schnell unter und sieht sehr natürlich aus. An vielen Stücken sieht man förmlich, wie der Zahn der Zeit am Holz genagt hat, und sie haben die besonders in Japan sehr geschätzte Ausstrahlung einer langen Zeit, die bereits vergangen ist.

    Flussholz

    Da Flussholz natürlicherweise bereits eine lange Zeit vorgewässert wurde, ist hier keine übermäßig starke Wasserfärbung und auch kein heftiges Auftreten von Bakterienrasen zu erwarten, wenngleich ein Belag durchaus vorkommen kann. Im Garnelenbecken ist Flussholz unproblematisch.

    Gnarly Driftwood

    Diese Wurzeln fürs Aquarium sind besonders knorrig und wirken dadurch sehr bizarr. Gnarly Driftwood geht ebenfalls gut unter.

    Gnarly_Driftwood

    Es kann das Wasser leicht färben und ebenfalls einen Bakterienrasen entwickeln, bis die restlichen Nährstoffe im Holz aufgezehrt sind. Auch dieses Aquarienholz eignet sich ohne Einschränkungen für Garnelenaquarien.

    Mangrove

    Mangrovenwurzeln kommen aus Asien zu uns. Sie können das Aquarienwasser zu Anfang sehr stark färben und sollten daher - wenn das nicht gewünscht ist - vorher gut gewässert werden. Auch ein watteartiger Bakterienrasen kann darauf anfangs in vielen Fällen beobachtet werden. Mangrovenholz schwimmt zu Anfang auf und sollte daher vorgewässert beziehungsweise im Aquarium zunächst beschwert werden, bis es sich vollgesaugt hat und dann unten bleibt.

    Mangrove

    Im Garnelenaquarium ist Mangrovenholz ein bewährter Bestandteil des Hardscapes, es ist uneingeschränkt empfehlenswert.

    Mekong Wood

    Mekong Wood stammt aus Südostasien. Dieses Treibholz ist schwer und geht direkt unter. Die Formen sind eher geradlinig und wenig knorrig, für straighte, puristische Layouts ist es besonders gut geeignet.

    Es färbt das Wasser nur leicht und auch die Bakterienentwicklung ist eher mäßig als stark. Für Garnelenaquarien ist auch dieses schwere Treibholz gut geeignet.

    Mystic Wood

    Mystic Wood ist ein sehr bizarr geformtes Holz für Aquarien, das optisch ausgesprochen attraktiv wirkt und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten im Aquascape eröffnet.

    Mystic_Wood

    Auch im Garnelenaquarium ist es gut zu verwenden, es verhält sich unauffällig.

    Mopani

    Vor allem in den Anfangszeiten der Garnelenaquaristik gab es mit dem sofort untergehenden, knorrigen, wenig verzweigten Mopaniholz öfter Probleme, und vor allem in älteren Büchern und Foreneinträgen kann man Warnungen lesen, dass nach dem Einbringen von Mopaniholz die Zwerggarnelen zu sterben begannen. Dabei kam es sowohl zu akuten wie auch zu schleichenden Vergiftungen. Im ersten Fall starben die Tiere schlagartig, im zweiten Fall gingen nach und nach nur wenige Garnelen ein. Man spekulierte viel, schob das Phänomen darauf, dass der Eisenholzbaum, von dem Mopaniwurzeln stammen, auf schwermetallbelasteten Böden wachsen würde und so weiter … letzten Endes stellte sich jedoch heraus, dass es an etwas anderem lag: Das zweifarbige Mopaniholz wird teilweise sandgestrahlt. Da hier von manchen Herstellern für Garnelen ungeeignete Strahlmittel verwendet wurden, kam es zu den Vergiftungserscheinungen. Oft waren sogar in den Ritzen der Wurzel feinste Metallstückchen zu erkennen. Mittlerweile haben sich die Hersteller auf Garnelenhaltung eingestellt und es kam schon sehr lange - auch bei anderen sandgestrahlten Aquarienwurzeln - nicht mehr zu solchen Vergiftungsfällen, sodass man sagen kann, Mopaniholz ist sicher. Das Gerücht, dass Mopaniwurzeln per se für Garnelen gefährlich seien, hält sich jedoch hartnäckig. Das Netz vergisst schließlich nichts. Mopaniwurzeln können das Wasser anfänglich leicht färben, auch kann ein Bakterienrasen auftreten.

    Savannenholz

    Auch das imposant strukturierte Savannenholz aus Afrika gehört wie Mopani zu den Harthölzern. Es geht sofort unter und braucht daher nicht vorgewässert zu werden. Auch Savannenholz färbt minimal und kann einen Bakterienrasen ansetzen.

    Bonsai Tree

    Beim Bonsai Tree handelt es sich keineswegs um einen echten Bonsaibaum, wie man zunächst meinen sollte, sondern um eine speziell geformte Wurzel und künstlerisch gestaltetes Astwerk. Für die Bonsai Trees musste also kein Miniaturbaum sterben!

    Mystic_Wood

    Alle verwendeten Materialien sind aquarientauglich, getestet und als sicher für Garnelen befunden. Anfänglich kann sich hier eine Bakterienschicht ausbilden, die aber gerne von Garnelen und Schnecken abgeweidet wird. In den feinen Verzweigungen finden sie besonders viele Oberflächen, die sie abweiden können. Bonsai Trees lassen sich zum Beispiel auch sehr gut mit Moos bepflanzen, was besonders Babygarnelen sehr entgegen kommt - hier finden sie Verstecke.