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    Ein Aquarium fotografieren, Teil 1

    Grundlagen für gute Bilder

    Da bei vielen Aquascaping-Wettbewerben das Einsenden von Bildern über das Internet Grundvoraussetzung ist, sind die Themen Fotografie und Aquascaping eng miteinander verknüpft. Auch Takashi Amano, der Begründer der Naturaquaristik, war außerdem noch Landschafts- und Naturfotograf und vereinte die beiden Themen miteinander. Aber nicht nur für den sogenannten "Final Shot" eines Aquascaping-Layouts ist es wichtig, ansprechende Fotos zu machen. Auch um ganz allgemein Pflanzen oder Bewohner des Aquariums abzubilden, sind einige Grundlagen erforderlich. Wir zeigen euch hier, worauf man achten sollte.

    Position

    Die Glasscheiben eines Aquariums können je nach Einfallswinkel der Kamera zu ungewöhnlichen Verzerrungen der Bilder sorgen. Wichtig ist daher, dass die Linse der Kamera möglichst parallel zur Glasscheibe des Aquariums ausgerichtet ist. Und für gute Fotos lohnt es sich ungemein, zumindest das Frontglas des Beckens sowohl von innen als auch von außen zu säubern. Für die Innenreinigung kann man auf die entsprechenden Scheibenreiniger und Schwämme zurückgreifen.

    Seitliches Bild

    Schräge Einfallswinkel sorgen oft für Verzerrungen der Bilder. Dieses Beispielfoto wirkt seitlich sehr gestaucht.

    Umgebung

    Da ein Aquarium nun mal aus Glas besteht, können Spiegelungen auf den Scheiben entstehen. Dies sieht auf den geschossenen Bildern irritierend aus. Bei einem Foto-Shooting sollte man daher externen Lichteinfall durch andere Lichtquellen wie zum Beispiel Fenster vermeiden, ebenso Lichtreflexionen von anderen hellen Flächen im Raum. Dies können zum Beispiel helle Möbel sein, im Extremfall aber auch einfach die hellen Hände oder Kleidung des Fotografen. Um dies zu umgehen, sollte der Raum also möglichst abgedunkelt sein; helle Fläche werden durch dunkle Tücher (zum Beispiel schwarzer Molton) abgedeckt. Der Fotograf sollte dunkle Kleidung tragen, notfalls auch dunkle Handschuhe.

    Fotorahmen aus schwarzer Pappe

    Fotorahmen aus schwarzer Pappe.

    Zur weiteren Vermeidung von Spiegelungen ist es ratsam, einen schwarzen Rahmen (zum Beispiel aus Bastelpappe) um die Frontscheibe des Aquariums zu basteln. Dadurch werden Reflexionen verringert, die das Streulicht der Aquarienbeleuchtung auslöst, zum Beispiel durch das Glas des Kamera-Objektivs oder weiße Beschriftung auf der Kamera oder dem Objektiv.

    Blitz

    Viele Smartphones, aber auch Digitalkameras lösen selbständig im voreingestellten Automatik-Modus einen Blitz aus, vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen. Leider führt dies zu nicht brauchbaren Bildern, denn die internen Blitze der Geräte sorgen auf dem Foto für unschöne weiße Reflektionen auf den Aquarienscheiben. In diesem Fall sollte man den Blitz manuell deaktivieren.

    Bild mit internem Blitz geschossen

    Der interne Blitz sorgt zwar für viel Helligkeit, aber auch unangenehme Lichtreflexionen.

    Natürlich können Blitze aber auch sinnvoll in der Aquarienfotografie eingesetzt werden, allerdings auf sogenannte entfesselte Weise. Dies bedeutet, dass man auf einen externen Blitz zurückgreift, der losgelöst von der Kamera zum Beispiel über dem Aquarium positioniert wird. Der Blitz wird dabei per Kabel oder Infrarotsignal vom Gerät gesteuert.

    Schärfe

    Natürlich möchte man die zu fotografierenden Objekte möglichst klar und scharf abbilden. Ein guter Tipp ist, die Kamera durch ein Stativ oder andere Hilfsmittel zu fixieren. Frei-Hand-Fotos sorgen oft für verwackelte Bilder, vor allem wenn längere Belichtungszeiten gewählt wurden (etwa mit 1/60 Sekunde oder länger). Im Extremfall kann selbst der Druck auf den Auslöse-Knopf für Verwackler sorgen. Bei fast allen Digitalkameras kann man allerdings einen Timer aktivieren, der dafür sorgt, dass das Gerät erst nach ein paar Sekunden nach dem Bedienen des Auslösers ein Bild schießt.

    Licht

    Licht ist in der Aquarienfotografie ein sehr entscheidender Faktor. Es wird nicht nur in hohem Maße benötigt, um ein möglichst helles Foto zu schießen, sondern auch aus anderen Gründen. So hat es Auswirkungen auf die Tiefen- und Bewegungsschärfe sowie den Rauschanteil eines Bildes. Darauf gehen wir im nächsten Kapitel etwas näher ein.

    Die Zusammenhänge von Schärfe, Licht und dem ISO-Wert

    Tiefenschärfe: Dies bezeichnet die räumliche Schärfe in einem Bild, vom Vorder- über den Mittel- bis zum Hintergrund. Wenn alle Ebenen eines Fotos gleich scharf sein sollen, ist eine entsprechende Tiefenschärfe notwendig. An einer Kamera kann diese über den Blendenwert eingestellt werden. Dieser wird im Display meist mit dem Buchstaben F gekennzeichnet. Die Abbildungsleistung ist dabei, wie oben erwähnt, vom Licht abhängig. Ein geringer F-Wert bewirkt nur eine geringe Tiefenschärfe, durch die offene Blende gelangt allerdings viel Licht auf den Sensor der Kamera. Dies sorgt für helle Bilder. Umgekehrt hat ein hoher F-Wert eine größere Tiefenschärfe, die Bilder sind aber dadurch dunkler.

    Offenblende

    Hier wurde ein Objekt (Aqua Rebell Flasche) mit einer offenen Blende von F/4 fotografiert. Das Objekt an sich ist scharf, der Hintergrund jedoch verschwommen.

    Abgeblendet

    Die Blendenzahl liegt nun bei F/25. Hier ist nun der Hintergrund deutlich erkennbar, wie etwa die Furchen des Rauhputzes an der weißen Wand.

    Bewegungsschärfe: Dies umschreibt, wie scharf bewegte Objekte abgebildet werden. Die schnellsten Objekte in einem Aquarium sind sicherlich die darin lebenden Fische. Um deren schnellen Bewegungen möglichst scharf abzubilden, ist eine sehr kurze Belichtungszeit beim Fotografieren nötig. Man spricht hier von der sogenannten Verschlusszeit, welche in Bruchteilen einer Sekunde angegeben wird. Sehr kurze Verschlusszeiten sorgen für scharfe Fotos, leider aber auf Kosten der Helligkeit eines Bildes. Andererseits bewirken sehr lange Verschlusszeiten deutlich hellere Fotos.

    Lange Belichtung

    Mit einer langen Verschlusszeit von 1/30 Sekunde sind die Fischbewegungen verschwommen.

    Kurze Belichtung

    Eine kurze Verschlusszeit von 1/125 Sekunde bildet die schnellen Fische schärfer ab.

    ISO-Wert: Der ISO-Wert umschreibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Mit höheren ISO-Zahlen lassen sich Fotos demnach insgesamt aufhellen. Werden etwa kurze Verschlusszeiten und/oder höhere F-Werte für mehr Tiefenschärfe benötigt, lässt sich die Lichtreduktion des Fotos durch höhere ISO-Zahlen wieder ausgleichen. Leider hat dies auch Nachteile, denn der sogenannte Rauschanteil des Bildes nimmt zu. Kontrast und Schärfe nehmen bei höheren ISO-Werten deutlich ab, außerdem steigt der Anteil von vor allem farblich fehlerhaften Bildpixeln.

    Iso 100

    Ein Detailausschnitt einer Schere mit ISO 100 geschossen.

    Iso 6400

    Hier der gleiche Ausschnitt, mit einer ISO von 6400. Man erkennt deutlich die Verpixelungen.

    Fazit

    Bezogen auf die Aquarienfotografie bedeutet dies nun:

    • Wir wollen ein möglichst in allen Ebenen scharf abgebildetes Aquarium (Tiefenschärfe). Dies wird durch einen höheren Blendenwert erreicht, kostet uns allerdings Helligkeit.
    • Wir wollen unsere sich bewegenden Tiere möglichst scharf abbilden. Dies erfordert eine kurze Verschlusszeit, die ebenfalls zu Lasten der Helligkeit geht.
    • Durch einen höheren ISO-Wert lässt sich die Lichtreduktion ausgleichen, die die Maßnahmen der beiden vorherigen Punkte mit sich bringen, führt aber unter Umständen zu sehr verpixelten, rauschigen Fotos.

    Im nächsten Artikel werden wir auf diese Thematik genauer eingehen und erklären, wie man im Rahmen einer Fotoproduktion für einen Final Shot den Faktor Licht steigern kann, um bestmögliche Aquarienbilder zu erzielen.