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    Soil

    Alles Wichtige über aktive Bodengründe

    Was ist eigentlich Soil?

    Das englische Wort Soil bedeutet eigentlich schlicht "Boden, Erde, Erdreich". Hier ist mit Soil aber ein speziell hergestellter Bodengrund für das Aquarium gemeint, von dem es verschiedene Typen gibt. Zuerst wurde er von der japanischen Firma ADA unter dem Namen "Aqua Soil" bekannt gemacht. Seit solche Aquarien-Substrate auch von anderen Firmen unter verschiedenen Produktnamen auf den Markt kommen, ist die allgemeine Bezeichnung "Soil" üblich geworden.

    Im Gegensatz zu herkömmlichen Kiesen und Sanden ist Soil-Boden ein aktives Substrat, welches die Wasserwerte beeinflusst. Erzeugt wird dabei weiches und saures Wasser. Dies kommt den meisten im Handel erhältlichen tropischen Zierfischen, Garnelen und Wasserpflanzen sehr entgegen, die diese Wasserwerte bevorzugen. So verbessert sich zum Beispiel die Nährstoffaufnahme der meisten Pflanzen bei einem pH-Wert unter 7.
    Soil ist von verschiedenen Herstellern erhältlich. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vorgedüngten Substraten für bepflanzte Aquarien und Soils speziell für die Haltung von Weichwassergarnelen wie zum Beispiel den beliebten Red Bees (Caridina logemanni).

    Caridina logemanni

    Woraus besteht Soil?

    In der Regel bestehen diese Bodengründe aus natürlichen Erden vulkanischen Ursprungs, welche reich an Spurenelementen und anderen Nährstoffen sind. In speziellen Herstellungsverfahren werden diese Erden in eine körnige Form gebracht und leicht gebrannt. Teilweise fließen auch noch andere Zusätze wie Kohle mit in die Komposition des Bodengrundes ein. Kohleanteile im Boden sorgen für klareres Wasser und binden Schmutzpartikel. Die natürlichen Erden enthalten Humin- und Fulvosäuren, welche das Wohlbefinden von Zierfischen und Weichwassergarnelen erhöhen.

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    Die Soil-Kugeln sind durchaus formstabil, aber im Vergleich zu Kieskörnern wesentlich weicher. Dies erleichtert das Verwurzeln der Wasserpflanzen mit den Bodengrund-Partikeln. Soil ist oft dunkelbraun bis schwarz und auch in verschiedenen Körnungen erhältlich. Eine feine "Powder"-Körnung erleichtert das Einpflanzen und Verwurzeln von kleinen Bodendeckern wie etwa Hemianthus callitrichoides "Cuba".

    Normale und feine Körnung

    Feine Powder-Körnung (links) und normale Körnung (rechts) im Größenvergleich.

    Im Gegensatz zu Sand eignet sich Soil gut zum Modellieren von Landschaften unter Wasser (Aquascaping), vor allem wenn man ihn anfeuchtet. Höhere Substratanstiege und -aufbauten sind mit Soil wesentlich leichter zu realisieren und unterstützen die Tiefenwirkung eines Aquarienlayouts. Besonders zu empfehlen sind hier Soils in einer sogenannten Multitype-Körnung. Ihre ungleich großen Partikel gewähren beim Modellieren mehr Halt als Soil-Bodengründe mit gleich großen Kugeln.

    Wie funktioniert Soil?

    Soil ist ein sogenannter Kationentauscher. Deshalb säuert es das Wasser an (senkt den pH-Wert) und verringert die Wasserhärte.
    Dies ist möglich, da verschiedene positiv geladene Ionen (Kationen) vom Soil aus dem Wasser gebunden und dabei als Ausgleich positiv geladene Wasserstoff-Ionen (Protonen, H+) ins Wasser freigesetzt werden. Je höher der H+-Gehalt des Wassers, desto saurer ist es, also desto niedriger ist sein pH-Wert.
    Außerdem entzieht Soil dem Wasser Calcium- und Magnesium-Kationen (Ca2+, Mg2+), welche die Gesamthärte (GH) des Wassers bestimmen. Dabei gibt es H+-Ionen an das Aquarienwasser ab. Das heißt, die GH des Wassers wird verringert und gleichzeitig sinkt der pH-Wert.
    Darüber hinaus reagieren die frei gewordenen Wasserstoff-Ionen mit Hydrogenkarbonat-Ionen zu Kohlensäure und, abhängig vom pH-Wert, zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser. Dadurch sinkt zusätzlich die Karbonathärte (KH) des Aquarienwassers, denn diese entspricht dem Hydrogenkarbonat-Gehalt.

    Dank seiner Kationen-Austauschfähigkeit speichert Soil auch für Aquarienpflanzen wichtige Nährstoffe und stellt sie den Pflanzen bei Bedarf zur Verfügung. Hier geht der Austausch in die andere Richtung:
    Pflanzenwurzeln geben Wasserstoff-Ionen ab, die im Soil gegen gebundene Nährstoff-Kationen wie Ammonium und Kalium ausgetauscht werden. Die frei gewordenen Nährstoff-Ionen werden dann von den Wurzeln aufgenommen.

    Langlebigkeit von Soil

    Die Kationen-Tauschfähigkeit eines Soilbodens im Aquarium ist begrenzt auf einige wenige Jahre. Mit der Zeit lässt die den pH-Wert absenkende Wirkung nach, ebenso wie die Reduzierung der Wasserhärte. Die Langlebigkeit ist stark abhängig von den Eigenschaften des verwendeten Wassers. Verwendet man Ausgangswasser mit viel Calcium und Magnesium, wie es bei hartem Leitungswasser der Fall ist, oder hat man aufhärtendes Gestein im Aquarium, lässt die Wirkung des Soils schneller nach. Wasserwechsel mit weichem, eher mineralstoffarmem Wasser erhöhen die Standzeit eines Soilbodens. Um auch nach Ablauf dieses Zeitraumes eine gute Nährstoffversorgung der Wasserpflanzen über die Wurzeln zu gewährleisten, ist es sinnvoll, unter dem Soil die passenden Bodengrunddünger und -zusätze der verschiedenen Hersteller zu verwenden. Beispielhaft erwähnt seien der ADA Power Sand oder Cal Aqua Labs Green Base XR. Außerdem lassen sich Bodengründe gezielt per Düngekapseln mit Nährstoffen anreichern. Hierbei dient der Aqua Rebell Injector als Hilfswerkzeug, um zuverlässig Nährstoffkapseln im Bodensubstrat zu versenken.

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