Kupfer im Aquarium
Gefahr oder Hilfsmittel?

Kupfer ist ein chemisches Element, das in vielen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle spielt – auch in der Aquaristik. Während es in manchen Situationen als nützlich gilt, kann es unter bestimmten Bedingungen schnell zur Gefahr für die Aquarienbewohner werden. In diesem Artikel beleuchten wir, woher Kupfer im Aquarium kommt, welche Wirkungen es entfalten kann und welche Maßnahmen zu einem sicheren Umgang beitragen.

Was ist Kupfer und wie gelangt es ins Aquarium?

Kupfer (chemisches Symbol: Cu) ist ein Schwermetall, das in natürlichen Gewässern nur in sehr geringen Konzentrationen vorkommt. In Aquarien gelangt es auf unterschiedlichen Wegen ins Wasser. Im Leitungswasser können sehr alte Rohrleitungen aus Kupfer eine Ursache sein, wenn sich durch Korrosion Kupferionen lösen. Auch Kupferleitungen in einem Neubau können noch Stoffe ans Wasser abgeben. Zudem enthalten viele Fischmedikamente gegen Parasiten Kupfersulfat. Manche nicht für Aquarien geeignete Dekorationsobjekte oder (undichte) Technikkomponenten können Kupfer abgeben. In geringen Mengen ist Kupfer auch Bestandteil vieler Pflanzendünger, wie etwa einem Eisenvolldünger. Außerdem gibt es noch kupferhaltige Antialgenmittel.

Wirkung von Kupfer auf Aquarienbewohner

Zierfische

Fische vertragen in der Regel geringe Mengen Kupfer relativ gut, insbesondere wenn es sich um Arten aus härterem Wasser handelt. Dennoch kann schon eine leicht erhöhte Konzentration zu Kiemenschäden, Schleimhautreizungen oder Verhaltensänderungen führen. Bei einer Behandlung mit einem kupferhaltigen Präparat sollte man für seinen Fischbesatz daher vorsichtig und behutsam vorgehen.

Garnelen und andere Wirbellose

Für Garnelen, Krebse und Schnecken ist Kupfer hochgradig toxisch. Schon Konzentrationen unter 0,1 mg/l können tödlich wirken. Kupfer schädigt bei ihnen vor allem das Nervensystem und stört osmoregulatorische Prozesse. Sind Wirbellose im Aquarium, empfiehlt es sich, auf Kupferbehandlungen zu verzichten. Kupferbestandteile in Pflanzendüngern sind in der Regel unbedenklich und der Dünger auch meist dementsprechend als "garnelensicher" deklariert. Grund hierfür ist eine sehr geringe Konzentration von Kupfer als Spurenelement und oft eine entsprechende Chelatierung durch Komplexbildner.

Wasserpflanzen

Aquarienpflanzen benötigen Kupfer in winzigen Mengen als Mikronährstoff, insbesondere für Enzymfunktionen und Photosynthese. Eine Überdosierung kann jedoch das Pflanzenwachstum hemmen oder sie sogar absterben lassen.

Kupfer messen und kontrollieren

Kupfertest

Ein Kupfertest (meist in Tropfenform erhältlich) sollte zur Grundausstattung für den Betrieb eines Aquariums gehören, vor allem wenn Garnelen oder andere empfindliche Arten gehalten werden. Als für Aquarienbewohner unbedenkliche Richtwerte kann man sich wie folgt orientieren:

  • Fische: unter 0,2 mg/l Cu
  • Garnelen: unter 0,05 mg/l Cu (besser nicht nachweisbar)

Kupfer vermeiden und entfernen

Um einen zu hohen Kupfergehalt im Aquarium zu vermeiden, sollten in jedem Falle ausschließlich für Aquarien geeignete Dekoration und Technik verwendet werden. Führe regelmäßige Wassertests durch, besonders bei neu eingerichteten Becken. Verzichte auf Medikamente mit Kupfer, wenn Garnelen oder Schnecken im Becken sind. Verwende Osmosewasser oder spezielles Aufbereitungswasser bei hohen Kupferwerten im Leitungswasser. Zur Entfernung sind Aktivkohle oder spezielle Entgiftungsharze im Filter effektiv. Diese binden dann den Kupfer. Regelmäßige Wasserwechsel mit unbelastetem Wasser verdünnen die Konzentration im Aquarium zuverlässig. Wasseraufbereiter mit Chelatoren können Kupferionen binden und unschädlich machen.

Kupferhaltige Dünger

In Pflanzenaquarien ist Kupfer als Mikronährstoff im Dünger enthalten – meist in chelatierter Form (zum Beispiel als EDTA-Komplex), wodurch es für Pflanzen verfügbar bleibt aber nicht unmittelbar toxisch wirkt. Zudem ist das Metall nur als Spurenelement in sehr geringer Konzentration vorhanden. Für die Aquarienbewohner stellt vor allem die Chelatierung eine in der Regel ausreichende Sicherheitsmaßnahme dar. Man sollte sich also vor dem Einsatz eines Flüssigdüngers mit Kupfer darüber informieren, welche Chelate der Dünger verwendet.

Es empfiehlt sich dennoch darauf zu achten, dass der Dünger (wie etwa der Aqua Rebell Mikro Basic Eisen) als "garnelensicher" deklariert sind.

Fazit

Kupfer ist ein zweischneidiges Schwert im Aquarium: Als Spurenelement nützlich, in zu hoher Konzentration gefährlich – vor allem für Wirbellose. Mit regelmäßigen Tests, bewusster Produktauswahl und gezielter Wasserpflege kann man Risiken vermeiden und das Aquarium in einem sicheren Gleichgewicht halten.