Du suchst die richtige Lampe für dein Aquarium? Dann bist du hier genau richtig. In dem Ratgeber wollen wir dir Schritt für Schritt erklären, wie man zu der passenden LED-Beleuchtung für sein neues Aquaristik-Projekt kommt. Denn die Auswahl unter den vielen verschiedenen Modellen und Herstellern ist sehr groß. Wir zeigen dir in diesem Beitrag die perfekte Herangehensweise.
Wie soll die Lampe befestigt werden?
Zunächst einmal sollte geklärt sein, welcher Platz für die Lampe überhaupt zur Verfügung steht und wie Beleuchtung am Aquarium installiert werden soll. Hierbei gibt es eine Menge von Möglichkeiten, wie etwa Aufsetzlampen, Hängelampen oder der Betrieb im Aquariendeckel.
In der Abdeckung
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Wird das Aquarium mit einer festen Abdeckung betrieben? Dann macht es Sinn, eine dementsprechende Lampe auszuwählen. Die Beleuchtung sollte vor allem so gut geschützt sein, dass sie der Feuchtigkeit innerhalb des Aquariendeckels standhält. Nicht alle Aquarienlampen sind hierfür geeignet. Hierbei sollte man auf einen geeigneten IP-Grad (etwa IP68) achten, so dass die Lampe sogar zur Not untergetaucht werden kann. Als nächstes sollte man ausmessen, unter welchen Bedingungen ein Lampenkörper unter die Abdeckung passt. Oft sind in einem Abdeckkasten dafür bereits Führungsschienen an den Rändern eingelassen. Hier gilt es, die exakte Länge von links nach rechts zu bestimmen. Wieviel Platz hat die Lampe dann bis zum Deckel? Die ermittelte Höhe gibt dann vor, wie hoch eine passende Lampe sein darf. Bedenke hierbei auch, dass der Lampenkörper nicht plan unter dem Deckel liegen sollte. Ein bißchen Platz sollte schon zwischen Lampengehäuse und Deckel sein, damit die Abwärme durch die Luft abgeführt werden kann.
Besonders intelligent sind Lampensysteme, die sich in bereits bestehende Abdeckungen und deren Gegebenheiten integrieren lassen. Erwähnt sei hier beispielhaft das daytime matrix-System. Mit einer passenden Adapterschiene kann man bei Juwel- und Eheim-Aquarium einfach die Mittelstrebe ersetzen und darin die neue Lampe platzieren. Die Deckel der Abdeckung können weiterhin damit verbunden und genutzt werden.
Aufsetzlampe
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Sogenannte Aufsetzlampen eignen sich besonders für offene Aquarien in Poolbauweise. Sie sind vor allem im Aquascaping sehr beliebt. Spezielle Halterungen an den Seiten erlauben ein Aufstellen auf den Glasrändern des Aquariums links und rechts. Hierbei ist dann auf die exakte Länge und die Glasdicke des Aquariums zu achten, um ein passendes Modell zu finden. Viele Aufsetzlampen sind jedoch auch in der Länge verstellbar und können sich so Sondermaßen und individuellen Gegebenheiten anpassen. Sind keine Hindernisse im Weg, lassen sich die Lampen auch entlang der Tiefe des Aquariums auf den Seitenscheiben verschieben. Dies erleichert Pflegemaßnahmen, etwa beim Wasserwechsel oder Pflanzenrückschnitt. Besonders elegant sehen Aufsetzlampen mit transparenten Halterungen aus. Diese wirken weniger klobig und lassen den Lampenkörper sozusagen über dem Aquarium schweben.
Hängelampe
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Per Seilaufhängung werden Aquarienlampen hängend befestigt. Im Wohnraum schafft dies ein ganz besonders Ambiente und wirkt sehr stilvoll. Vor allem für offene Aquarien mit aus dem Wasser ragenden Wurzeln oder Wasserpflanzen ist eine Hängelmape eine gute Wahl. Mit Drahtseilen kann die Aquarienbeleuchtung zum Beispiel an der Zimmerdecke befestigt werden. Es gibt aber auch spezielle Halterungen und Rohrsysteme, die eine Installation am Unterschrank oder auf den Glasrändern des Beckens erlauben. Der Vorteil einer Hängelampe ist die Möglichkeit, diese in der Höhe zu verstellen. Sollte das Licht durch Streulicht den Betrachter zu sehr blenden, lassen sich je nach Hersteller sogenannte "Shades" installieren, die das blendende Streulicht reduzieren.
Klemmlampe
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Klemmlampen sind in der Regel kleinere Beleuchtungen für Nanoaquarien, die einfach per Bügel an eine Scheibe des Aquariums geklemmt werden. Aufgrund des geringen Gewichts ist dies möglich. Klemmlampen eignen sich für offene Kleinaquarien. Ein Betrieb unter einer Abdeckung ist nicht möglich. Sie sind oft schwenkbar, was Reinigungsarbeiten sehr erleichtert.
Lichtbedarf ermitteln
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Wieviel Licht beziehungsweise Helligkeit benötigt mein Aquarium überhaupt? Hier ist die Lumenangabe des Herstellers einer Lampe sehr von Bedeutung. Den Lichtstrom in Lumen setzt man dann in Relation zur Beckengröße, somit ergibt sich ein bestimmtes Lumen-pro-Liter-Verhältnis. Grundsätzlich kann für ein Aquascape oder Pflanzenaquarium dabei der Lichtbedarf von Wasserpflanzen in folgende Kategorien eingeteilt werden:
- niedriger Lichtbedarf: Ca. 0,2 bis 0,3 W/l bei alten Leuchtmittel entspricht ca. 15 bis 20 lm/l bei LEDs.
- mittlerer Lichtbedarf: Ca. 0,5 W/l bei alten Leuchtmittel entspricht ca. 30 lm/l bei LEDs.
- hoher Lichtbedarf: Ca. 1 W/l bei alten Leuchtmittel entspricht ca. 60 lm/l bei LEDs.
Bei Aquarien mit einer Tiefe von mehr als 45 - 50 cm lohnt es sich, in einen zweiten Leuchtbalken zu investieren. Mit einer Doppelleuchte erhöht sich bei soviel Fläche nach hinten auch die gesamte Ausleuchtung des Aquariums.
Bei reinen Fischaquarien ist eine starke Beleuchtung in der Regel gar nicht notwendig. Hier kann man sich erfahrungsgemäß gerne im Bereich des niedrig bis mittleren Lichtbedarfs orientieren. Eine stärkere Beleuchtung könnte sonst zu verstärktem Algenwuchs führen, vor allem, wenn auch Wasserpflanzen als Konkurrenz fehlen oder zu wenige sind.
Lichtfarbe bestimmen
![Abdeckung]()
Die Lichtfarbe einer Lampe in Bezug auf den Weißton der Lampe wird in Kelvin angegeben. Je nach Farbtemperatur kann die Aquarienbeleuchtung hierbei verschiedenen Lichtstimmungen erzeugen. Eine niedrige Kelvinzahl sorgt für wärmeres Weiß mit mehr Gelbanteil. Sie eignet sich zum Beispiel gut für ein Südamerika-Aquarium. Der Kelvinwert von 6.500 K wird oft als Tageslichtweiß bezeichnet und stellt so etwas wie die goldene Mitte zwischen warmer und kalter Farbtemperatur dar. Der Weißton hier ist relativ neutral. Kälteres Licht mit mehr Blauanteil lassen sich mit Farbtemperatur über 8.000 K erzeugen. Diese Lichtstimmung wird im Meerwasserbereich benötigt, aber auch oft in Malawi- oder Tanganjika-Aquarien verwendet.
Darüber hinaus sind bestimmte Lichtstimmungen oder Farbbetonungen mit passenden RGB-LEDs möglich. Dazu werden die LED-Lampen noch mit bunten (roten, blauen, grünen) Leuchtdioden ergänzt. Diese sorgen für eine tolle Farbunterstützung, vor allem um die Strahlkraft rötlicher oder blauer Tiere und Wasserpflanzen noch mehr zu betonen. Mehr Infos zum Thema "RGB-LEDs" findest du hier.
Länge
Hat man sich nun anhand der oberen Faktoren (Lumen, Lichtfarbe, Befestigungsmöglichkeit) für ein Art von Aquarienbeleuchtung festgelegt, kann man dann einen passenden Hersteller und ein bestimmtes Modell auswählen. Entscheidend ist dann vor allen Dingen, ob die Länge der Lampe zum Maß des Aquariums passt. Um dies zu erleichtern, haben wir in unserem Online Shop bei vielen Lampenmodellen die entsprechenden Abmessungen hinterlegt. Mit diesen kann man für sein eigenes Aquarium dann eine gut auf das Längenmaß abgestimmte Aquarien-Lampe auswählen. Für ein gute Ausleuchtung insbesondere an den Randbereichen ist ein Längenmaß erforderlich, welches genau der Kantenlänge des Glasbeckens entspricht. Somit entstehen keine Schattenzonen und die Wasserpflanzen können nahezu überall im Aquarium von dem Licht profitieren.
LED-Controller
![LED Controller von daytime]()
Eine tolle Erweiterung bieten sogenannte LED-Controller. Diese müssen natürlich kompatibel zum jeweiligen Modell sein. Sofern die Lampen dies unterstützen, können die Controller die Beleuchtung dimmen oder es lassen sich bestimmte Lichtszenarien und Tageslichtverläufe festlegen. Teilweise können sogar die einzelnen Lichtfarben getrennt geregelt werden, was unzählige Lichtszenarien und Farbspiele ermöglicht. Darunter fallen zum Beispiel Sonnenauf- und untergänge oder Mondlichtphasen. Sanfte Starts und Stops sind zudem wesentlich stressfreier für die Fische im Aquarium, weil das Licht nicht sprunghaft angeht. Gerade für schreckhafte und sprungfreudige Tiere ist dies ein großer Vorteil. Dimmphasen erlauben zudem flexible Übergänge und zudem eine Anpassung der Lichtleistung etwa in der Einfahrphase oder bei Algenproblemen. Somit kann man lichttechnisch gut auf verschiedene Szenarien reagieren und es bieten sich eine Menge Gestaltungsmöglichkeiten.