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Interview mit Frederic Fuss

Ein Aquascaper aus Deutschland

Frederic Fuss zählt fest zum Kern der deutschen Aquascaping-Szene. Was ursprünglich als Hobby begann, ist für ihn mittlerweile zum Beruf geworden und Frederic bietet nun als Betreiber der Seite "Aquariengestalter.de" verschiedene Dienstleistungen in der Einrichtung und Pflege von Naturaquarien an. Als Aquascaper konnte er bereits einige erfolgreiche Teilnahmen an internationalen Wettbewerben verbuchen. Aktuell ist Frederic sogar selbst Juror für Contests wie dem IIAC und hat selbst einige Wettbewerbe auf die Beine gestellt, wie die "Nordic Scapers Hardscape Challenge" und den "Miniswamp Contest". Beide fanden in der ganzen Welt rechten großen Anklang und sind eine Bereicherung für das Hobby.

Aram Schneider (AS) hatte die Möglichkeit, Frederic Fuss (FF) einige Fragen zu stellen, das komplette Interview könnt ihr nun hier in unserer Aquascaping Wiki nachlesen.

Das Interview

Frederic Fuss

AS: "Was sind deine Einflüsse, woher nimmst Du Deine Inspiration und Ideen? Welche Künstler haben Dich beeinflusst?"

FF: "Ich hab mich grundsätzlich immer gerne in der Natur umgeschaut. Als das Hobby mit den Aquarien dazu kam, musste ich erstmal eine Menge lesen, wie das geht. Dabei habe ich natürlich auch einige Aquascapes zu Gesicht bekommen. Allen voran haben mich die Arbeiten von Amano dazu inspiriert selber Naturaquarien bezieungsweise Aquascapes einzurichten. Mitlerweile kenne ich sehr viele tolle Künstler aus dem Bereich, am meisten sprechen mich die Layouts von Wang Chao an – Er wiederholt sich selten und seine Werke haben sehr oft etwas noch nie dagewesenes, das mag ich sehr. Darüber hinaus gefallen mir immer wieder die Sachen von Dave Chow, Juan Puchades, Masashi Ono, Josh Sim und Luca Galarraga um nur ein paar zu nennen."

AS: "Das Thema Wabi-Kusa ist sicherlich eines deiner Steckenpferde. Wie kam es dazu, bzw. was macht ein Wabi-Kusa für dich interessant?"

FF: "Ich finde, Wabi-Kusa ist eine tolle Ergänzung zum Aquascaping und vergleichsweise einfach und ohne viel Aufwand umzusetzen. Ähnlich wie bei Aquarien oder Terrarien entsteht beim Wabi-Kusa ein kleiner Lebensraum – Ein Miniatursumpf im Wohnzimmer! Das ist schön, lebendig und exotisch, eine runde Sache also. Zum Wabi-Kusa kam ich aus der Verlegenheit gerade mein Becken abgebaut zu haben. Es war kurz vorm Urlaub und ich dachte ich versuch`s einfach mal. Das hat dann auch gleich super geklappt. Ich hab meine eigenen, einfachen, Rezepte entwickelt und stellte erstaunt fest, dass es Anderen sehr schwer fällt. Ich hab jetzt Workshops zu dem Thema gegeben und in den letzten 3 Jahren einen internationalen Wettbewerb zu dem Thema ins Leben gerufen. Ich denke es werden noch einige interessante Entwicklungen zu beobachten sein – Ich bin gespannt was da noch kommt und freu mich drauf!"

Wabi-Kusa

AS: "Wie ist Dein Düngekonzept bei Pflanzenaquarien?"

FF: "Das kommt ein wenig drauf an. Ich versuche relativ nahe an dem Nährstoffbedarf der Pflanzen zu bleiben, wobei ich den Mangel mehr fürchte als den Überschuss. Im Prinzip fahre ich eine Basis-Bolus-Düngung, das heißt, ich habe permanent eine Mindestmenge nachweisbar im Becken und sorge mit der täglichen Düngung für optimale Bedingungen. Ich habe einen mittleren Wert an Nährstoffen für mich festgelegt und passe diesen an die Beleuchtung und/oder Bepflanzung an. Cryptos, Microsorum und Moos brauchen etwas weniger, Stängelpflanzen etwas mehr, usw.

Funktionalität der Dünger muss natürlich gegeben sein, zudem spielen Sicherheit und einfaches Handling eine Rolle. Ich nutze nun seit Jahren die Aqua Rebell Dünger, auch meinen Kunden drücke ich die gern in die Hand. Bei einfachen Setups beziehungsweise Kundenaquarien nutze ich fast immer die Kombination aus GH Boost N, Makro Basic NPK und Spezial Flowgrow. Die werden mittlerweile immer täglich per Düngepumpe automatisch zugeführt. Nach dem Wasserwechsel wird außer mit dem NPK auch mit Mikro Basic Eisen nachgedüngt. Ich hoffe so zu vermeiden, dass weder ich im Halbschlaf noch meine Kunden den Nitratdünger mit dem Phosphatdünger vertauschen, was echt blöd wäre!
Ab und an nutze ich auch Einzelkomponenten bei den Makros, wenn`s anspruchsvoller wird und ich etwas mehr variieren möchte."

AS: "Was ist dein Lieblingsmaterial, z.B. welche Steinsorten und Wasserpflanzen?"

FF: "Hab ich eigentlich nicht. Ich möchte noch viele Materialien und Pflanzen ausprobieren, da halte ich mich nicht an dem fest, was bereits gut funktioniert hat. Gute Erfahrungen habe ich mit Flussholz gemacht…Na gut, ich glaube das ist mein Lieblingsholz! Bei Steinen liebe ich die Frodo Stones, schwarze Pagode ist aber auch nicht schlecht."

Totoro

AS: "Wie lange betreibst Du das Hobby?"

FF: "Ich hab`s im Oktober 2011 zufällig entdeckt und dann 2012 angefangen. Ich wünschte allerdings schon früher darauf gestoßen zu sein – gibt kein geileres Hobby!"

AS: "Was sind Deine größten Erfolge in Wettbewerben?"

FF: "Das wären wie folgt:

  • AGA 2015 (Aquatic Gardeners Association) Top Ten Platzierung
  • EAPLC (European Aquatic Plant Layout Contest 1. Platz 2015 (Nano Kategorie) 1. Platz 2015 (Wabi Kusa Kategorie)
  • EAPLC (European Aquatic Plant Layout Contest) 9. Platz 2014 (Nano Kategorie)
  • Und natürlich der Sieg beim WeScape Battle 2016! :D"

AS: "Du bist ja mittlerweile auch als Juror für Aquascaping-Wettbewerbe sehr gefragt. Was reizt dich an dieser Aufgabe?"

FF: " Ich bin nun seit 2016 Juror für den IIAC (Ista International Aquascaping Contest), seit 2017 auch beim Reeflowers Contest. Beim AAC (Austrian Aquascaping Contest) 2017 hatte ich mal das Vergnügen bei einem Live Contest zu bewerten und bis zu diesem Jahr (2019) hatte ich zwei eigene Wettbewerbe am Laufen. Solche Wettbewerbe sind einfach gute Werbung fürs Hobby, da trag ich gerne meinen Teil dazu bei. Der NSHC (Hardscape Challenge) und der Miniswamps Contest (Wabi Kusa) waren dazu gedacht, den Fokus auf Themen zu legen die eher ein Schattendasein führen, und um Spaß zu verbreiten!
Darüber hinaus ist es toll, mal was ganz Neues zu sehen und sich auch gleich dazu zu positionieren. Find ich das Layout gut? Find ich`s nicht so gut? Und warum?
Als Juror muss man die Vorgaben des Ausrichters beachten, die Gewichtung ist oft unterschiedlich. Dann muss man allen Teilnehmern gerecht werden. Wettbewerbsarbeit ist eine Art Puzzle. Man muss die objektiven Kriterien bewerten, darf aber auch sein Herz nicht dabei ausschalten, am Ende entsteht ein Bild."

Vailanti

AS: "Wenn Du dich für einen schönen Stein oder für eine schöne Wasserpflanzen entscheiden müsstest, was würdest du nehmen?"

FF: "Ein Rorschach-Test für Aquascaper? Gut…
…dann nehm ich eher den Stein!"

AS: "Haha! Du hast den Test bestanden :-) Vielen Dank für das Interview."

Rastafari

Copyright für sämtliche Fotos im Artikel: Frederic Fuss.