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Das Cichliden-Aquarium

Alles über Buntbarsche in der Aquaristik

Ein Cichliden-Aquarium ist ein Aquarium, welches in der Regel für den Besatz mit Buntbarschen ausgelegt ist. Hierbei können sich die Arten und deren Ansprüche an die Haltung natürlich je nach Habitat deutlich unterscheiden. Beliebte Buntbarsche in der Aquaristik stammen oft aus Südamerika (wie zum Beispiel Diskus, Skalare, Erdfresser oder Zwergbuntbarsche) oder aus Afrika (wie etwa Buntbarsche aus den Seen Malawi und Tanganjika). Wir zeigen dir hier, worauf man bei der Einrichtung achten sollte.

Allgemeine Informationen zum Cichliden-Aquarium

Zwergbuntbarsch

Copyright by Chris Lukhaup.

Die meisten Buntbarsche, die in der Aquaristik gepflegt werden, sind häufig schon größere Zierfische, die mitunter als Gruppentiere sogar zu mehreren gehalten werden. Aufgrund der Größe ist dann vor allem ein Aquarium mit entsprechendem Volumen gefragt, mit dem Standard-Maß von 54 Litern kommt man da nicht weit. Oft beginnen geeignete Aquarien für größere Cichliden ab einer Kantenlänge von 1 bis 1,2 m und weisen ein Volumen von mindestens 250 Liter auf. Nach oben hin werden natürlich keine Grenzen gesetzt.
Aufgrund der Größe der Tiere, die auch einen entsprechenden Stoffwechsel haben, findet auch eine dementsprechende Wasserbelastung statt. Dies gilt vor allem, wenn viel gefüttert wird. Vor allem durch sehr häufiges Verabreichen von Frostfutter kann der Phosphat-Wert im Aquarienwasser stark ansteigen. Des weiteren resultiert eine stärkere Wasserbelastung im Sinne des Stickstoffkreislaufes in einer höheren Nitrat-Konzentration. Um der "Verschmutzung" des Wassers entgegen zu wirken, ist eine passende und ausreichende Filterung des Aquariums notwendig. Hierzu sollte der Filter mit entsprechenden Filtermaterialen ausgestattet sein. Mitunter können Nitrat- und Phosphatadsorber hierbei hilfreich sein, die Konzentrationen der jeweiligen Stoffe auf ein Normalmaß zu senken, falls Wasserpflanzen diese nicht genügend als Nährstoffe verarbeiten können. Auch die regelmäßigen Pflegemaßnahmen wie wöchentliche Wasserwechsel helfen dabei, das Wasser sauber und klar zu halten.

Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen Aquarien für afrikanischen Buntbarsche und für südamerikanische Cichliden. Gerade in punkto Wasserwerte und Einrichtung sind die Ansprüche für diesen beiden Aquarien sehr verschieden. Wir gehen nun folgt also getrennt auf die beiden Arten von Aquarien ein.

Das südamerikanische Cichliden-Aquarium

Diskusfische

Copyright by Chris Lukhaup.

Buntbarsche aus Südamerika sind in der Aquaristik äußerst populär. Darunter fallen etwa Diskus-Fische, Skalare, Zwergbuntbarsche, Erdfresser oder Schmetterlingsbuntbarsche, um nur einige zu nennen. Die Artenvielfalt unter den Cichliden ist enorm, entsprechend groß ist die Bandbreite an Farben, Größen und Sozialverhalten bei diesen Zierfischen. Die Haltungsbedingungen im Aquarium können daher durchaus abweichen, dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten, die man als Grundlage zur Einrichtung und Pflege eines südamerkanischen Cichliden-Aquariums nehmen kann.

Wasserwerte im südamerkanischen Cichliden-Aquarium

Wie fast in jedem Südamerika-Aquarium ist auch das Cichliden-Aquarium basierend auf diesem Thema vorzugsweise mit weichen und sauren Wasserwerten ausgestattet. Dazu gehört ein saurer bis leicht saurer pH-Wert bis etwa leicht unter 7 und eine geringe Karbonathärte und Gesamthärte. Wenn die Karbonathärte (KH) sehr gering ist, sollte der Aquarianer Huminstoffe zuführen, welche als zusätzliche pH-Puffer fungieren. Zusätzlich steigert sich dadurch das Wohlbefinden der Tiere im Aquarium, falls diese aus ihrem Ursprungs-Habitat das Vorhandensein von Huminstoffen gewohnt sind. Je nach Biotop und der zu haltenden Tier-Art kann das Wasser recht warm und teilweise bis 30 °C sein, mitunter sind aber auch etwas kühlere Gradzahlen erwünscht. Mit einem geeigneten Heizstab im Aquarium lässt sich die Temperatur spielend einfach einstellen und auf dem Niveau halten.

Wasserpflanzen im südamerkanischen Cichliden-Aquarium

Echinodorus im Aquarium

Nicht für alle Buntbarsch-Arten aus Südamerika sind Wasserpflanzen von Belang, können aber dennoch in einem Cichliden-Aquarium eingesetzt werden. Sie helfen dabei, Makronährstoffe wie Nitrat und Phosphat abzubauen, dienen als Sauerstoff-Lieferant und sorgen für die nötige Struktur sorgen. Vor allem schwächere Tiere können sich gut ins Pflanzendickicht zurückziehen. Jedoch sollte man, je nach Buntbarsch-Art, darauf achten, ob Wasserpflanzen nicht mitunter als Nahrung angesehen werden. Vor allem feinfiedrige Arten mit weichen Blättern sind hier besonders gefährdet. Hartblättrige Varianten eignen sich dazu besser. Auch neigen bestimmte Cichliden dazu, den Bodengrund im Aquarium stark zu durchwühlen, so dass Aquarienpflanzen mitunter ausgegraben werden. Hier können alternativ gut Aufsitzerpflanzen verwendet werden, die dann an Steinen oder Wurzeln fixiert werden. Mehr Informationen darüber erfährst du im Artikel "Barschfeste Wasserpflanzen".

Dekorationsgegenstände im südamerkanischen Cichliden-Aquarium

Mangrovenholz

Da die meisten Buntbarsch-Arten territorial leben und vor allem männliche Tiere feste Reviere beziehen, ist eine ausreichende Strukturierung des Aquariums notwendig. Aufbauten aus natürlichen Materialien wie etwa Wurzelholz und Steinen bieten hier geeignete Möglichkeiten. Bei den Steinsorten sollte der Aquarianer darauf achten, möglichst wasserneutrale Sorten zu verwenden, die das Wasser möglichst nicht aufhärten. Zudem sollte es vorzugsweise nicht scharfkantig sein, damit sich die Tiere daran nicht verletzten können. Bei Wurzelholz geben einige Sorten mitunter Gerbstoffe ins Wasser ab und färben dieses bräunlich ein. Mitunter kann dieser Effekt jedoch gewünscht sein, denn viele südamerikanische Zierfische stammen aus Schwarzwasserbiotopen und sind Huminstoff-haltiges Wasser gewöhnt.

Finden verstärkte Wühlaktivitäten der Fische statt, kann es nicht schaden, das Hardscape etwas abzusichern, um einer Einsturzgefahr durch Untergraben zu verhindern. Hier kann zum Beispiel ein Unterbau aus Lichtrasterplatten hilfreich sein.

Bodengrund im südamerkanischen Cichliden-Aquarium

Bodengrund Cichliden-Aquarium

Als Bodensubstrat für ein Südamerika-Aquarium mit Buntbarsch-Besatz ist feiner Sand die richtige Wahl. Diesen Boden sind die meisten Zierfisch-Arten auch aus ihrem Ursprungs-Habitat gewohnt. Der Aquarianer sollte beim Kauf des Bodengrundes darauf achten, dass er sich neutral verhält und das Wasser nicht aufhärtet. Vor allem unter den Cichliden gibt es etliche, die den Bodengrund auch stark bearbeiten, sei es etwa durch Gründeln zur Nahrungsaufnahme oder durch das Ausheben von Nestkuhlen für die Fortpflanzung. Vor allem die sogenannten Erdfresser sind hierbei sehr umtriebig. Ist dies der Fall, sollte der Aquarianer darauf achten, seine Dekoration im Aquarium möglichst stabil zu verbauen. Stein- und Wurzelaufbauten sollten möglichst breitflächig drappiert werden, Überhänge und physikalisch eher gewagte Arrangements gilt es zu vermeiden. Damit Dekoration nicht untergraben werden kann, hilft es oft, Steine oder Wurzeln auf einem Stück Lichtrasterplatte zu platzieren, wie es auch oft in der Meerwasser-Aquaristik durchgeführt wird.
Wasserpflanzen sollten entweder durch ein ausgeprägtes Wurzelsystem verfügen oder durch beschwerte Pflanztöpfe daran gehindert werden, durch eventuelle Erd-Arbeiten der Tiere den Halt zu verlieren und aufzutreiben. Mitunter kann auch der Einsatz von Aufsitzerpflanzen eine gute Wahl sein, wenn auch die meisten Pflanzen-Arten von Epiphyten meist nicht aus Südamerika stammen, sondern aus Asien und Afrika.

Beifische im südamerikanischen Cichliden-Aquarium

Antennenwels

Eine Vergesellschaftung in einem Buntbarsch-Aquarium ist eine tolle Bereicherung, jedoch je nach Art nicht immer möglich. Durchaus sind einige Cichliden zu aggressiv und ruppig und können andere Mitbewohner stark stressen, vor allem in der Brutzeit. Dann ist die Einrichtung eines reinen Art-Aquariums wohl die bessere Wahl. Auch sollte Beifische und andere Tiere wie Wirbellose nicht zu klein gewählt werden, damit sie nicht als Nahrung angesehen und gefressen werden. Eine Vergesellschaftung von Buntbarschen ist daher zu überlegen, möglich sind jedoch mitunter Arten wie Welse und Salmler , die aber eine entsprechende Größe und Robustheit aufweisen sollten.

Das afrikanische Cichliden-Aquarium

Mbuna

Urheber des Bildes: Haplochromis über Wikimedia Comains (Public Domain), Hinweise zur Lizenz, Quellennachweis.

Ein Aquarium mit afrikanischen Buntbarschen bezieht sich häufig auf verschiedene Cichliden-Arten, die in den Seen Malawi oder Tanganjika beheimatet sind. Die Zierfische zeichnen sich vor allem durch ihre bunte Farbenpracht aus, zudem ist die Artenvielfalt enorm. Allein der Malawi-See beinhaltet zwischen 600 bis 800 verschiedene Arten an Buntbarschen. Je nach Ursprungs-See, versucht der Aquarianer, ein entsprechendes Biotop nachzubilden. Die Habitate dieser afrikanischen Buntbarsche bieten klares und sauerstoffreiches Wasser, eine warme Temperatur und felsige Steinaufbauten. Wasserpflanzen sind in der Regel nicht anzutreffen, ebenso wenig wie Wurzelholz. Von besonderer Bedeutung ist der alkalische pH-Wert, welcher oft über 7,5 liegt, je nach See sogar noch deutlich darüber. Aufgrund der Soda-Quellen in den Zuflüssen ist die Gesamt- und Karbonathärte eher hoch.

Wasserwerte im afrikanischen Cichliden-Aquarium

Wasserwerte Aquarium

Grundsätzlich kann man hierbei zwischen den beiden Biotopen Malawi und Tanganjika unterscheiden. Die meisten in der Aquaristik bekannten Buntbarsch-Arten stammen aus diesen beiden Seen, der Aquarianer entscheidet sich demnach für die Nachbildung des Biotopes von einem der beiden Seen. Für ein Malawi-Aquarium sollte sich der pH Wert im Bereich von etwa 7,5 bis 8,2 befinden, dieser ist also deutlich alkalisch. Die Gesamthärte bewegt sich oft im Rahmen von 5 bis 10 °dGH, die Karbonathärte ähnlich im Bereich von 5 bis 9 °dKH. Mit einem Temperaturbereich von ca. 22-25 ° ist das Wasser zwar warm, aber jedoch nicht so deutlich, wie etwa in einem südamerikanischen Diskus-Aquarium. Höher als 26 °C sollte das Wasser hier auch nicht werden, da ansonsten ein Anstieg der Keimdichte und Sauerstoffknappheit droht. Vor allem im Sommer sollte man daher darauf achten, dass das Wasser nicht zu warm wird. Von Belang für die Tiere ist ein ausreichender Sauerstoffgehalt, der mit dem Einsatz von Sprudelsteinen, genügend Strömung an der Wasseroberfläche, Diffusoren oder Oxydatoren erreicht werden kann.
Für ein sogenanntes Tanganjika-Aquarium gelten mitunter etwas andere Bedingungen, als in einem Malawi-Aquarium. Der pH-Wert beträgt mindestens 7,5, kann aber teilweise bis zu 9 betragen. Die Temperatur ist mit 24 bis 26 °C ein wenig wärmer angegeben. Die Karbonathärte liegt entsprechend hoch und kann Werte von 8-20 °dKH erreichen. Die Gesamthärte bewegt sich im Rahmen von 6 bis 8 °dGH. Verglichen mit einem Malawi-Aquarium liegt hier also ein etwas höherer pH-Wert und eine höhere Karbonathärte vor.

Wasserpflanzen im afrikanischen Cichliden-Aquarium

Anubias gracilis

Wasserpflanzen sind in den afrikanischen Habitaten der Buntbarsche eigentlich nicht präsent. Dennoch können solche Pflanzen aus dekorativen Zwecken im Aquarium verwendet werden und bieten auch in biologischer Hinsicht Vorteile, wie etwa den Abbau von Nährstoffen im Wasser. Jedoch müssen die Aquarienpflanzen den Bedingungen in einem Cichliden-Aquarium gut widerstehen können. Da auch viele Buntbarsche die Pflanzen anknabbern oder diese ausbuddeln, ist eine dementsprechende Widerstandskraft gefragt. Besonders gut eignen sich daher Aufsitzerpflanzen, die eher hartblättrig sind. Vor allem die Gattung Anubias fällt in diese Kategorie. Mehr Informationen über barschfeste Wasserpflanzen findest du hier.

Dekorationsgegenstände im afrikanischen Cichliden-Aquarium

Lochgestein

In einem Malawi- oder Tanganjika-Aquarium werden vor allem bestimme Wasserzonen besagter Seen abgebildet. Diese sind oft sehr felsenreich, Wasserpflanzen und Wurzelholz sucht man oft vergeblich. Von daher wird ein afrikanisches Buntbarsch-Aquarium in der Regel vor allem mit Steinen eingerichtet. Gerne werden hierfür Steinsorten verwendet, die das Wasser aufhärten und kalkhaltig sind. Gerne genommen wird hier Lochgestein, denkbar sind aber auch Moon Stones oder Minilandschaft.
Aufgrund des Besatzes sind die Aquarien für diese Zierfische bereits sehr groß, dementsprechend werden viele Kilogramm oder Tonnen an Steinen im Aquarium verbaut. Nicht unerwähnt lassen sollte man daher, dass die Statik des Aufstellortes vom Aquarium zu berücksichtigen ist. Wer imposante und üppige Steinaufbauten verwenden, aber dennoch einiges an Gewicht einsparen möchte, dem seien künstliche Felsen und Rückwände empfohlen. Hersteller wie Back to Nature bieten hier eine Vielzahl an Möglichkeiten der Dekoration an, die attraktiv und naturnah aussieht, aber deutlich leichter als echte Steine ist.

Bodengrund im afrikanischen Cichliden-Aquarium

Auch das Bodensubstrats eines afrikanischen Buntbarsch-Aquariums sollte an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden. Grundsätzlich eignen sich für diesen Zweck Sand- oder Kies-Sorten. Gerne darf dieser eher nicht zu hell, sondern eher etwas dunkler in der Farbgebung sein, damit die Tiere nicht zu scheu und schreckhaft werden. Etwas gedämpftere Farben des Bodens lassen außerdem die Farbenpracht der Fische deutlich mehr erstrahlen, da dann ein stärkerer Kontrast vorliegt. Sind vor allem Zierfische im Aquarium, die den Bodengrund stark durchwühlen, sollte das Substrat nicht zu fein gewählt werden. Zu feine (und dadurch leichte Partikel) können ansonsten für dauerhafte Trübungen sorgen oder Filter und Strömungspumpen verstopfen.