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Interview mit Andreas Ruppert-Flerlage

Vorstellung eines deutschen Aquascapers

Andreas Ruppert-Flerlage ist mit Sicherheit einer der besten deutschen Aquascaper. Eng verwurzelt und vernetzt mit der Community des Aquascaping-Portals Flowgrow.de, bei dem er seit einigen Jahren auch als Moderator aktiv ist, startete er 2010 seine ersten Schritte von dort aus. Mittlerweile betreibt Andy seinen eigenen Blog namens Glaskastenkunst.de und ist ein fester Bestandteil der deutschen Aquascaping-Szene. Bei nationalen und auch internationalen Wettbewerben war und ist er sehr erfolgreich unterwegs. Selbst als Juror für Contests wie zum Beispiel der Nordic Scapers Hardscape Challenge (NSHC) ist Andy ein gefragter Experte.

Aquascape von Glaskastenkunst

Auch renommierte Firmen aus dem Aquaristik-Sektor wie Aqua Rebell, Aquasabi oder Dennerle sind auf seine gestalterischen Fähigkeiten aufmerksam geworden und unterstützen ihn tatkräftig als Sponsoren oder engagieren ihn als Aquariengestalter für Schaubecken auf Messen oder für Medienbeiträge.

Aram Schneider (AS) über Andreas Ruppert-Flerlage (ARF):

"Andreas Ruppert-Flerlage besitzt einen unvergleichlichen Stil und zeigt eine herausragende Qualität bei der Gestaltung von Aquarien-Layouts. Als seine Spezialität würde ich das Kreieren von Stein-Gestaltungen im Aquarium (Iwagumi) hervorheben. Wie kein anderer versteht er es, mit Elementen aus Steinen eine besondere Natürlichkeit, Dramatik und harmonischen Fluss zu erzeugen. Seine Arbeiten bestechen durch Detailreichtum und besitzen eine fantastische räumliche Tiefenwirkung. Er ist einer der wenigen Aquascaper in Deutschland, welche den Hauptakzent besonders geschickt auf ein harmonisches Gesamtbild sowie auf eine gute Balance zwischen Hardscape und Wasserpflanzen zu legen verstehen. Und dies tut er nicht nur bei der Neueinrichtung eines Aquariums, sondern vor allem auch beim Einhalten einer konsequenten Linie bis hin zum Höhepunkt eines Layouts (Final Shot). Diese Ansprüche und Einstellungen kennt man als Betrachter eher von asiatischen Künstlern."

Paludarium von Glaskastenkunst

Eine weitere Spezialität von Andreas ist die Gestaltung von Aqua-Terrarien, auch Paludarien genannt. Schon lange vor dem Trend von Wabi-Kusa, die in den letzten Jahren populär geworden sind, hat sich Andy mit der Kultivierung von emersen Wasserpflanzen und dem Entwerfen von Paludarium-Layouts nach Aquascaping-Prinzipien beschäftigt. Mehr dazu erfahrt ihr unter anderem in folgendem Interview."

Das Interview

AS: "Was sind deine Einflüsse, woher nimmst du deine Inspiration und Ideen? Welche Künstler haben dich beeinflusst? "

(ARF): "Es gibt sehr viele, sehr schöne Layouts, von denen mich bestimmt das ein oder andere zu eigenen Ideen inspiriert hat. Aber meistens versuche ich, mein eigenes Ding zu machen. Annähernd alle Inspirationen hole ich mir direkt aus der Natur, aus Naturdokus oder Fotografien. Das Reisen und Tauchen ist bei meiner Inspirationsfindung sehr hilfreich. Es hat mich bereits an viele schöne Gegenden auf der ganzen Welt verschlagen, beispielsweise die Weiten Australiens oder die Dschungel Indonesiens. In diesen Gegenden finden sich zahlreiche Ur- und Regenwälder, steile und raue Küsten, steinige und bergige Landschaften. Das sind ideale Inspirationsquellen. Aber auch in Deutschland gibt es mehr als ausreichend Anregungen fürs Aquascaping und Terrascaping, manchmal bereits im Wald oder Park um die Ecke."

AS: "Du hast dich schon lange mit dem Thema Paludarium beschäftigt, bevor Wabi-Kusas bekannt wurden. Was ist für dich das Besondere an Aquaterrarien?"

Paludarium 375 Liter von Glaskastenkunst

(ARF): "Naja, mein erstes Paludarium wurde ja damals eher aus der Not heraus geboren. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das einer der besten Zufälle war, die mir in diesem Hobby passieren konnten. Die Kombination aus emerser und submerser Pflanzenkultur innerhalb eines Layouts bot schlagartig ganz vielseitige neue Möglichkeiten. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch lange nicht so erfahren in puncto Pflanzenpflege wie heute, das Paludarium sollte aber möglichst schön aussehen. Daher war ich mehr oder weniger gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen, zumal mir anfangs einige emers gepflegte Pflanzen eingingen. Das war zwar mühselig, aber ich kann es jedem nur ans Herz legen, einmal so etwas auszuprobieren. Mit Hilfe eines Paludariums lernt man seine Aquarienpflanzen ganz neu kennen, es gibt viele neue Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für das Layout und es macht ganz einfach Spaß. Wenn man einmal den Bogen raus hat und ein Gespür für das Gleichgewicht in einem Paludarium entwickelt, ist es zudem wesentlich pflegeleichter als ein Aquarium."

Nano-Aquascape von Glaskastenkunst

AS: "Wie ist dein Düngekonzept? "

(ARF): "Um ehrlich zu sein, ich folge keinem festen Düngekonzept. Dünger gebe ich nach Gefühl dem Pflanzenwuchs entsprechend ins Becken. Wenn man meine Art zu düngen mit einem bekannten Konzept vergleichen müsste, würde es wohl am ehesten dem Estimative Index gleichen. Alle Nährstoffe sind bei mir vorhanden, CO2 und NO3 fett, die anderen Nährstoffe dünner. Diese Art zu düngen ist bequem und leicht umzusetzen."

AS: "Was ist dein Lieblingsmaterial, zum Beispiel, welche Steinsorten und Wasserpflanzen? "

(ARF): "Stein, Stein und nochmal Stein. Steine sind die Basis fast aller meiner Layouts. Dabei bevorzuge ich zerklüftetes, natürlich wirkendes Gestein wie z.B. schwarze Pagode, Seiryu oder Frodo, aber auch Drachenstein und Drachenfels. Meine Lieblingspflanzen sind Moose, denn diese bilden eine gute Basis für ein natürlich wirkendes Layout, speziell im Aquascaping."

AS: "Wie lange betreibst du das Hobby schon? "

(ARF): "Mit der Aquaristik habe ich im Jahr 2006 im Bereich der Biotopaquaristik angefangen. Gegen 2008/09 habe ich mein erstes sehr pflanzenlastiges Aquarium eingerichtet und mich tiefergehend in die Pflanzenaquaristik eingearbeitet. Anfang 2010 richtete ich das zuvor angesprochene Paludarium ein. Zu ungefähr diesem Zeitpunkt habe ich mich auch das erste Mal richtig mit Aquascaping auseinandergesetzt und war ab dem ersten Moment darin verliebt."

AS: "Was sind Deine größten Erfolge in Wettbewerben? "

(ARF): "Mittlerweile kommt da schon ein wenig zusammen, wobei ich nicht ausschließlich Preise bei Wettbewerben als Erfolg zähle. Ich rechne die Berichte und Layouts von mir in Dennerles Aquascaping Guide und im Dennerle Pflanzenratgeber 2017/18 zu meinen größten Erfolgen. Wettbewerbstechnisch kann ich viele größere und kleinere Erfolge zählen, aber diesen hier rechne ich persönlich den höchsten Stellenwert zu: Den Live Wettbewerb "The Art of the Planted Aquarium" konnte ich zweimal in der Nano Klasse gewinnen, beim AGA Contest holte ich in unterschiedlichen Kategorien einmal Platz 1 und zweimal Platz 3 und beim EAPLC im Bereich Wabi Kusa Platz 2. Worüber ich mich ebenfalls sehr freue, sind meine Platzierungen beim IAPLC. Von insgesamt fünf Einsendungen landeten drei in den Top 200 und eine in den Top 100."

Aquascape von Andy Ruppert

AS: "Wenn Du dich für einen schönen Stein oder für eine schöne Wasserpflanze entscheiden müsstest, was würdest du nehmen? "

(ARF): "Ganz klar Hardscape, insbesondere Stein. Klar, Pflanzen sind eigentlich das zentrale Element in einem Aquascape, ohne funktioniert es nicht. Aber mit einem richtig gutem Hardscape kann man Landschaften formen, die man mit der schönsten Pflanze alleine nicht hinbekommt. Und bei einem solchen Hardscape ist die Pflanzenwahl, ich will nicht sagen egal, aber doch sehr breit gefächert. Da muss es auch nicht unbedingt die schönste Pflanze sein, um ein richtig gutes Aquascape zu zaubern.

AS: "Vielen Dank für das Interview, Andy!"

Pico-Aquascape von Andy Ruppert

Copyright für sämtliche Fotos im Artikel: Andreas Ruppert-Flerlage - Glaskastenkunst