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Entstehen Algen im Aquarium durch zuviel Kalium?

Aufklärung über den Makronährstoff im Zusammenhang mit Grünalgen

Mittlerweile hat sich in verschiedenen Internetforen und in sozialen Netzwerken die Meinung etabliert, dass der Nährstoff Kalium verantwortlich für Algenwachstum im Aquarium ist. Man kann in der aquaristischen Szene schon fast von einer Kaliumphobie sprechen. Wir klären hierzu einige Dinge auf.

Kalium als Nährstoff

Genau wie Stickstoff und Phosphor zählt das Element Kalium zu den drei wichtigsten Makronährstoffen bei Pflanzen. Der Begriff Makronährstoff macht deutlich, dass die Pflanzen diese Art der Nahrung in größeren Mengen benötigen. Kalium hat einen recht hohen Anteil von 2 bis 5 % an der pflanzlichen Trockenmasse! Dieses chemische Element dient im Inneren der Pflanzenzellen der Regulation des pH-Wertes und der Osmosetätigkeit. Es wird nicht in die Zellstrukturen eingebaut, sondern erfüllt seine Aufgabe als freies Kation (K+). Dieser Umstand macht den Nährstoff in der Pflanze sehr mobil.

Anders als Stickstoff und Phosphor entsteht Kalium im Aquarium nicht als Endprodukt durch Abbauprozesse von organischem Abfall. In natürlichen Gewässern steht dieses Element praktisch unbegrenzt zur Verfügung. In einem bepflanzten Aquarium sollte Kalium daher unbedingt durch entsprechende Dünger zugeführt werden. Der Aqua Rebell Makro Basic Kalium ist zum Beispiel ein spezieller Kaliumdünger. Die meisten Eisenvolldünger enthalten etwas Kalium, ebenso ist dieses Element in hoher Konzentration in vielen NPK-Makronährstoffdüngern oder Stickstoffdüngern wie dem Aqua Rebell Makro Basic Nitrat enthalten. Auch viele Aufhärtesalze bringen einen gewissen Gehalt an Kalium mit ein. Es gibt also sehr vielfältige Wege, auf denen dieses wichtige Nährelement den Wasserpflanzen zugeführt werden kann.

Nekrosen

Ein Kaliummangel äußert sich in der Regel durch kleine schwarze Löcher in vor allem älteren Blättern. Diese sogenannten Nekrosen können sich im Laufe der Zeit noch vergrößern. Andere Pflanzenarten reagieren mit gelb werdenden Blättern im Altbestand. Hierbei sind auch die Blattadern gelblich. Bei einem Kaliummangel kann weiterhin der Neuaustrieb von Wasserpflanzen zu klein ausfallen.

Aquarienpflanzen können Kalium gut speichern und nehmen das Element in größerer Menge auf als jeweils akut benötigt wird. Somit legen sich die Wasserpflanzen einen Vorrat für schlechte Zeiten an. Die Aufnahme von Kalium erfolgt vorzugsweise über die Blätter. Das macht es sinnvoll, dieses Element durch entsprechende Flüssigdünger über die Wassersäule ins Aquarium einzubringen.

Kalium und Algen

Die Behauptung, dass Kalium Algenwuchs auslösen soll, verneinen wir hier ganz deutlich. Allein durch die Anwesenheit von Kalium im Aquarienwasser entstehen keine Fadenalgen, Grünalgen oder anderen Algenarten. Während früher in der Aquaristik eher Nitrat und Phosphat verpönt waren, hat mittlerweile Kalium den schwarzen Peter gezogen und wird als alleiniger Schuldiger für Algenvorkommnisse im Aquarium herangezogen. Kalium ist und bleibt ein wichtiger Makronährstoff für Pflanzen, auch wenn er sicherlich nicht so schnell und im gleich hohen Maße verbraucht wird wie Stickstoff, und es ist nicht allein verantwortlich für das Auftauchen von Algen. Schließlich gibt es durchaus Aquarien und Düngekonzepte (wie etwa den Estimative Index oder das ADA-Düngekonzept) mit höheren Kalium-Konzentrationen, welche gut funktionieren und bei denen kaum Algenwuchs auftritt. Anders herum gedacht: Auch in Pflanzenaquarien mit niedrigen Kalium-Gehalten können Algen entstehen. Ein niedriger Kalium-Level ist daher kein Garant für ein algenfreies Aquarium.

Grüne Algenbeläge

Entscheidend für gesunden Pflanzenwuchs und ein geringes Algenvorkommen ist das richtige Verhältnis der verschiedenen Nährstoffe untereinander. Dies betrifft nicht nur den Kalium-Gehalt, sondern auch Stickstoff, Phosphat und andere Makronährstoffe, CO2 und Eisen, sowie weitere Mikronährelemente. Kommt es bei diesem Nährstoffgefüge zu verhältnismäßigen Mängeln oder extremen Überschüssen, können diese Ungleichgewichte Algenwachstum auslösen oder für einen Wuchsstopp bei den Wasserpflanzen sorgen. Meistens geht beides Hand in Hand. Wichtig ist also, hier eine gesunde Balance sämtlicher Nährstoffe zu treffen und regelmäßige Pflegemaßnahmen wie Düngung und Wasserwechsel durchzuführen, um eben diese Verhältnisse auf lange Sicht möglichst gleichmäßig zu halten.

Zielwerte von Kalium

Wie hoch sollte die Kalium-Konzentration in einem Pflanzenaquarium denn nun sein? Als grobe Richtwerte werden hierbei Gehalte von 5 bis 10 mg/l K angegeben. Wie oben beschrieben sind jedoch die Nährstoffverhältnisse untereinander nicht zu unterschätzen. Gerade das Verhältnis von Kalium zu Stickstoff ist hierbei besonders interessant. Aufgrund der enormen Speicherfähigkeit der Pflanzen kann Kalium ohne Probleme in ein 1:1 Verhältnis mit Stickstoff (in Form von Nitrat) gesetzt werden. Selbst wenn die Kaliumkonzentration die des Nitrats übersteigt, müssen nicht zwangsläufig Algenprobleme entstehen. Viele Aquarien funktionieren auch mit einem höheren Kaliumanteil im Wasser. Dennoch hat der Aquarianer die Möglichkeit, durch entsprechende Düngerwahl das Verhältnis zu verändern. Sollte sich durch die bisher benutzen Makronährstoffdünger (zum Beispiel Makro Basic NPK, Estimative Index, Makro Basic Nitrat,) das Element Kalium zu stark anreichern und sich durch regelmäßige Wasserwechsel nicht in Schach halten lassen, empfiehlt sich zur Stickstoffzufuhr ein kaliumarmer (Makro Spezial N) oder gar komplett kaliumfreier (GH Boost N) Flüssigdünger.

Das Calcium-Magnesium-Kalium-Verhältnis

In unserem Aquascaping-Wiki-Artikel über das Calcium-Magnesium-Verhältnis wird in einem Abschnitt auch auf das Zusammenspiel der drei Elemente Kalium, Calcium und Magnesium eingegangen. Da zwischen den vielen im Aquarienwasser gelösten Metall-Ionen eine Konkurrenz um die Nährstoffaufnahme der Wasserpflanzen herrscht, kann es bei extremen Ungleichgewichten zu Nährstoffblockaden kommen. Nicht alle Pflanzenarten reagieren darauf jedoch mit einem Wuchsstopp und Mangelerscheinungen. In der Tat ist es in der aquaristischen Praxis so, dass der Großteil der gebräuchlichen Wasserpflanzen ein solch genaues Calcium-Magnesium-Kalium-Verhältnis gar nicht benötigt. Hier kann der "Normalaquarianer" also beruhigt sein und braucht sich darüber nicht den Kopf zerbrechen. Lediglich für einige sehr spezielle, schwierig zu hälternde Pflanzenarten wie zum Beispiel die Ludwigia inclinata var. verticillata 'Pantanal' ist ein abgestimmtes Verhältnis von Ca:Mg:K mit 2:1:0,5 sehr förderlich für die Gesundheit der Pflanze.

Neuer Kaliumgehalt in den Düngern Aqua Rebell Mikro Basic Eisen und Mikro Spezial Flowgrow

Aqua Rebell - Mikro Basic - Eisen

Auf vielfachen Kundenwunsch, und um das Makroelement Kalium aus der Mikronährstoffzufuhr zu entkoppeln, haben die Aqua Rebell Eisenvolldünger Mikro Basic Eisen und Mikro Spezial Flowgrow ab dem Jahre 2018 eine andere Nährstoffzusammensetzung im Hinblick auf den Nährstoff Kalium. In beiden Düngern wurde die Konzentration deutlich verringert (so wurde zum Beispiel der Kaliumgehalt des Mikro Basic Eisen von 1,0 auf 0,06 mg/l K reduziert, wenn man 10 ml des Düngers auf 100 l Aquarienwasser hinzugibt). Sollte die Kaliumkonzentration im Aquarienwasser für gesunden Pflanzenwuchs nicht ausreichen, kann diese nun wesentlich gezielter durch Flüssigdünger im Makronährstoffbereich oder durch einen reinen Kaliumdünger gesteuert werden. Hierdurch gestaltet sich die Düngung des Nährstoffes Kalium noch wesentlich flexibler und gezielter.